Herzinsuffizienz: Sachsen-Anhalt bundesweit am stärksten betroffen

8,9 Prozent der Bevölkerung ab 30 Jahren erkrankt – Mansfeld-Südharz erreicht mit 13,9 Prozent den höchsten Wert aller deutschen Kreise

In Sachsen-Anhalt lebten 2024 rund 143.000 Menschen mit einer Herzinsuffizienz. Mit einem Anteil von 8,9 Prozent an der Bevölkerung ab 30 Jahren weist das Land damit die höchste Prävalenz aller Bundesländer auf. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zum Gesundheitsatlas Deutschland.

Besonders hoch ist die Krankheitslast im Landkreis Mansfeld-Südharz. Dort sind 13,9 Prozent der Bevölkerung ab 30 Jahren betroffen – der höchste Wert unter allen 400 untersuchten Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Dahinter folgen in Sachsen-Anhalt Anhalt-Bitterfeld und der Harz mit jeweils 10,3 Prozent sowie die Börde mit 10,2 Prozent.

Auch im Ländervergleich zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle. Nach Sachsen-Anhalt folgen Thüringen mit 8,5 Prozent und Sachsen mit 7,9 Prozent. Hamburg weist mit 3,8 Prozent den niedrigsten Anteil auf.

Soziale Unterschiede bleiben deutlich

Nach Angaben der AOK lassen sich die regionalen Unterschiede nur teilweise durch Alter und Geschlecht erklären. In sozial und materiell stärker benachteiligten Regionen liegt die Herzinsuffizienz-Prävalenz bei 6,8 Prozent, in Regionen mit der geringsten Deprivation dagegen bei 4,4 Prozent.

Als weitere mögliche Einflussfaktoren nennt die AOK die in Sachsen-Anhalt überdurchschnittlich verbreiteten Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Rauchen.

Die AOK fordert angesichts der Ergebnisse eine stärkere Ausrichtung der Landesgesundheitspolitik auf Prävention und Gesundheitsförderung. Die Gesundheitsziele des Landes sollten insbesondere Herzgesundheit, gesundes Altern und soziale Ungleichheit stärker berücksichtigen.