Fast 8.700 Schlaganfallpatienten 2024 in Sachsen-Anhalt stationär behandelt

Statistisches Landesamt verweist auf deutliche Unterschiede bei der Erreichbarkeit neurologischer Versorgung

Im Jahr 2024 wurden in Sachsen-Anhalt insgesamt 8.696 Menschen aufgrund eines Schlaganfalls vollstationär in Krankenhäusern behandelt. Wie das Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, entfielen davon 4.020 Fälle auf Frauen und 4.676 auf Männer.

Die Daten zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Alter und Schlaganfallrisiko. Mehr als die Hälfte der behandelten Patientinnen und Patienten – insgesamt 4.447 Personen beziehungsweise 51 Prozent – war älter als 75 Jahre. Weitere 3.761 Betroffene (43 Prozent) gehörten zur Altersgruppe zwischen 50 und 75 Jahren. 488 Patientinnen und Patienten und damit rund sechs Prozent waren jünger als 50 Jahre.

Das Landesamt weist darauf hin, dass bei einem Schlaganfall eine möglichst schnelle medizinische Versorgung entscheidend ist. Besonders relevant ist dabei die Erreichbarkeit von Krankenhäusern mit neurologischer Fachabteilung.

Nach Angaben des Krankenhausatlas erreichen in Sachsen-Anhalts Großstädten 96 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 15 Minuten ein Krankenhaus mit Neurologie. Deutlich geringer fällt die Erreichbarkeit in ländlicheren Regionen aus: In Mittelstädten schaffen dies 42 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner, in größeren Kleinstädten 17 Prozent und in kleinen Kleinstädten beziehungsweise Landgemeinden lediglich 13 Prozent.

Die Auswertungen basieren auf Pkw-Fahrzeiten unter normalen Verkehrsbedingungen und auf Daten des Straßennetzes von OpenStreetMap. Grundlage des Krankenhausatlas ist das Krankenhausverzeichnis der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder mit Stand vom 31. Dezember 2023.

Die Zahlen verdeutlichen die Bedeutung regional verfügbarer neurologischer Versorgungskapazitäten insbesondere vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung. Schlaganfälle zählen weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Behinderungen und stationäre Krankenhausbehandlungen in Deutschland. Gleichzeitig rückt die Diskussion über die Sicherstellung einer flächendeckenden Notfallversorgung im Zuge der Krankenhausreform zunehmend in den Fokus gesundheitspolitischer Debatten.

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