Deutlich mehr Frauen als Männer wegen Bluthochdruck im Krankenhaus behandelt
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt veröffentlicht aktuelle Zahlen zum Welthypertonietag
In Sachsen-Anhalt sind im Jahr 2024 deutlich mehr Frauen als Männer aufgrund von Bluthochdruck stationär behandelt worden. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Landesamtes mussten insgesamt 5.125 Frauen und 2.353 Männer wegen Hypertonie in ein Krankenhaus aufgenommen werden.
Damit stieg die Zahl der stationären Behandlungen im Vergleich zum Vorjahr um 468 Fälle an. Im langfristigen Vergleich liegt die Zahl jedoch weiterhin unter dem Niveau von 2014. Damals wurden noch 1.337 stationäre Fälle mehr registriert.
Auffällig sind insbesondere die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. Während bei den unter 50-Jährigen Männer mit einem Anteil von 57,1 Prozent überwogen, zeigte sich in den höheren Altersgruppen ein deutlich anderes Bild. Bei den über 50-Jährigen entfielen 71,5 Prozent der stationären Hypertonie-Behandlungen auf Frauen.
Mit zunehmendem Alter nahm die Zahl der Krankenhausbehandlungen deutlich zu. Die meisten männlichen Patienten befanden sich in der Altersgruppe zwischen 60 und 70 Jahren. Hier wurden 547 stationäre Fälle registriert. Bei Frauen lag der Schwerpunkt deutlich höher: Die meisten Patientinnen waren zwischen 80 und 90 Jahre alt. In dieser Altersgruppe wurden 1.693 stationäre Behandlungen dokumentiert.
Auch bei den Todesfällen infolge von Bluthochdruck zeigen sich deutliche Alters- und Geschlechtsunterschiede. Insgesamt starben im Jahr 2024 in Sachsen-Anhalt 2.348 Menschen an den Folgen einer Hypertonie. Das waren 89 Todesfälle weniger als im Vorjahr, jedoch 165 mehr als noch 2014. Rund ein Drittel der Verstorbenen waren Männer (783 Fälle).
Besonders hoch war die Sterblichkeit in den höheren Altersgruppen. Knapp 39 Prozent aller Verstorbenen waren 90 Jahre oder älter. Männer starben am häufigsten im Alter zwischen 80 und unter 90 Jahren (364 Fälle). Bei Frauen lagen die höchsten Sterbefallzahlen sowohl in der Altersgruppe zwischen 80 und unter 90 Jahren (688 Fälle) als auch bei den über 90-Jährigen (714 Fälle).
Im bundesweiten Vergleich gehört Sachsen-Anhalt weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Sterberaten infolge von Bluthochdruck. Mit 110 Todesfällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner belegte das Bundesland 2024 den vorletzten Platz. Nur Sachsen verzeichnete mit 112 Todesfällen je 100.000 Einwohner eine noch höhere Rate. Die niedrigsten Werte meldeten Berlin mit 39 sowie Hamburg mit 40 Todesfällen je 100.000 Einwohner.
Die Zahlen verdeutlichen die anhaltende gesundheitspolitische Bedeutung von Bluthochdruck als Volkskrankheit und Risikofaktor für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade mit Blick auf die alternde Bevölkerung gewinnt die Prävention und frühzeitige Behandlung von Hypertonie zunehmend an Bedeutung für das Gesundheitswesen und die stationäre Versorgung.




