Chefärzte werden zu Markenbotschaftern ihrer Klinik

Die wachsende Bedeutung strategischer Kommunikation im Krankenhaus

Die Rolle von Chefärztinnen und Chefärzten verändert sich zunehmend über die klassische Patientenversorgung hinaus. Ein aktueller Fachbeitrag von Remy & Remy Gesundheitskommunikation beschreibt, warum medizinische Führungskräfte heute verstärkt als sichtbare Repräsentanten ihrer Fachabteilungen auftreten und Kommunikation zu einer strategischen Führungsaufgabe wird.

Vor dem Hintergrund eines intensiveren Wettbewerbs um Patientinnen und Patienten, Fachkräfte sowie Zuweisungen gewinnt die persönliche Sichtbarkeit ärztlicher Führungskräfte zunehmend an Bedeutung. Nach Einschätzung der Autoren Simon Remy und Dr. Felix Remy wurden Chefärztinnen und Chefärzte traditionell auf medizinische Exzellenz und Führungsverantwortung vorbereitet. Die strategische Positionierung der eigenen Klinik oder Fachabteilung gehörte bislang jedoch kaum zum klassischen Anforderungsprofil.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der wachsenden Bedeutung digitaler Kommunikationskanäle verändere sich diese Rolle grundlegend. Ärztliche Führungskräfte würden zunehmend zu Botschaftern ihres Fachgebiets und repräsentierten ihre Klinik gegenüber unterschiedlichen Zielgruppen.

Dabei gehe es nicht allein um klassische Öffentlichkeitsarbeit. Vielmehr werde Kommunikation zu einem Instrument, um Vertrauen aufzubauen, medizinische Kompetenz sichtbar zu machen und die Wahrnehmung der Einrichtung nachhaltig zu stärken.

Im Mittelpunkt steht die persönliche Glaubwürdigkeit der Chefärztinnen und Chefärzte. Über Fachbeiträge, Interviews, Vorträge oder soziale Medien entstehen Reichweiten, die sowohl Patientinnen und Patienten als auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Fachkolleginnen und -kollegen erreichen. Chefärztinnen und Chefärzte werdem deshalb zunehmend als „Influencer“ ihres medizinischen Fachgebiets gesehen – allerdings nicht im klassischen Sinne sozialer Medien, sondern als glaubwürdige Meinungsbildner mit hoher fachlicher Autorität.

Diese Entwicklung könne die Patientenbindung stärken, die Zusammenarbeit mit Zuweisern fördern und gleichzeitig die Attraktivität eines Krankenhauses im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte erhöhen.

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