Linke fordert Notfallversorgung für Wilhelmsburg
Kritik nach Schließung von Groß-Sand – Versorgungslücken im Hamburger Süden
Nach der Schließung des Krankenhauses Groß-Sand verschärft sich die gesundheitspolitische Debatte um die Versorgung im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft wirft dem Senat erhebliche Versäumnisse vor und fordert eine sofortige Notfalllösung. Grundlage ist ein aktueller Antrag der Fraktion.
Aus Sicht der Linken sind durch die Schließung gravierende Versorgungslücken entstanden. Eine ursprünglich angekündigte Stadtteilklinik lasse weiterhin auf sich warten, sodass für die Bevölkerung im Hamburger Süden eine längerfristige Übergangsphase ohne adäquate Versorgungsstruktur drohe.
Der gesundheitspolitische Sprecher Deniz Celik kritisiert das Vorgehen des Senats deutlich: „Der Senat hat es trotz aller Warnungen versäumt, eine Anschlusslösung für Groß-Sand zu entwickeln. Das ist politisch organisierte Unterversorgung.“ Tausende Patientinnen und Patienten hätten ihre wohnortnahe Notfallversorgung verloren, während Arztpraxen überlastet seien und umliegende Kliniken die zusätzlichen Patientenströme nicht vollständig kompensieren könnten.
Konkret fordert die Fraktion eine rund um die Uhr verfügbare chirurgische und internistische Akutversorgung im Stadtteil. Darüber hinaus sollen zusätzliche Arztsitze geschaffen sowie ein Konzept für eine integrierte Versorgung zeitnah entwickelt werden. Für die geplante Stadtteilklinik verlangt die Linke einen verbindlichen Zeitplan mit Umsetzung bis spätestens 2027. Zudem spricht sich die Fraktion für eine öffentliche und gemeinwohlorientierte Trägerschaft aus.
Auch der Bürgerschaftsabgeordnete Kay Jäger verweist auf die Auswirkungen für die Beschäftigten. Im Zuge der Umstrukturierungen fordert er verbindliche Übernahmeangebote, etwa bei der Verlagerung von Leistungsbereichen wie der neurologischen Frührehabilitation.





