Wechsel in der Pflegedirektion der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina

Stefanie Dersch-Turian übernimmt Leitung – Nachfolge von Gudrun Gaertner eingeleitet

Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina hat mit Stefanie Dersch-Turian seit dem 1. Oktober eine neue Pflegedirektorin. Die bisherige Amtsinhaberin Gudrun Gaertner, die die Klinik mehr als drei Jahrzehnte prägte, wird zum 31. Januar 2026 in den Ruhestand gehen. In einem Festakt im Kapitelsaal stellte sich die 50-Jährige offiziell den Gästen aus Gesundheitswesen und Politik vor. Grundlage der Berichterstattung ist eine Mitteilung von Vitos.

Von links: Jochen Schütz (Vitos Konzerngeschäftsführer Personal und Finanzen), Dr. Sven Krimmer (Ärztlicher Direktor) und Dr. Philipp Kirchner (Geschäftsführer Vitos Haina) begrüßen die neue Pflegedirektorin Stefanie Dersch-Turian.Foto: Mark Adel/Vitos Haina

Von links: Jochen Schütz (Vitos Konzerngeschäftsführer Personal und Finanzen), Dr. Sven Krimmer (Ärztlicher Direktor) und Dr. Philipp Kirchner (Geschäftsführer Vitos Haina) begrüßen die neue Pflegedirektorin Stefanie Dersch-Turian.
Foto: Mark Adel/Vitos Haina

Jochen Schütz, Konzerngeschäftsführer Personal und Finanzen bei Vitos, würdigte die neue Pflegedirektorin als erfahrene Führungskraft und betonte: „Du bist bestimmt, aber immer freundlich, wertschätzend und zugewandt.“ Dersch-Turian zeichne sich durch einen transparenten, partizipativen Führungsstil aus, der maßgeblich zur Anerkennung durch Mitarbeitende beigetragen habe. Diese Kompetenz werde der größten hessischen Maßregelvollzugseinrichtung zugutekommen.

Die personelle Veränderung fällt in eine Phase großer Entwicklungsdynamik. In den kommenden fünf Jahren wird etwa jeder zehnte Mitarbeitende im Pflegedienst der forensischen Klinik altersbedingt ausscheiden, während seit 2023 bereits rund 200 neue Pflegekräfte eingestellt wurden. Dem Onboarding neuer Mitarbeitender kommt damit besondere Bedeutung zu. Dersch-Turian verfügt über einschlägige Fachkenntnisse, ihre Masterarbeit im Studiengang „Management im Gesundheitswesen“ entwickelte ein Framework für strukturiertes Onboarding von Stations- und Teamleitungen. Schütz unterstrich: „Mit deinem Führungsstil, deinem Blick für die Belange der Mitarbeitenden, deiner Fokussierung auf die Fort- und Weiterbildung bringst du die besten Voraussetzungen für deine neue Aufgabe mit.“

Auch Geschäftsführer Dr. Philipp Kirchner hob den strategischen Stellenwert der Position hervor. Die Pflegedirektorin beeinflusse unmittelbar die zentralen Bereiche der Maßregelvollzugseinrichtung, in der rund 250 psychisch kranke Rechtsbrecher behandelt werden. Pflegekräfte gäben „Sicherheit, Orientierung und Stabilität“ und bildeten das Rückgrat der multiprofessionellen Versorgung. Der Wechsel sei „ein wichtiger Marker in der 48-jährigen Geschichte der Klinik“.

Zudem verwies Kirchner auf die Inbetriebnahme des Ersatzneubaus, der 2025 einen weiteren Meilenstein markiere. Moderne bauliche Strukturen allein seien jedoch nicht entscheidend: „Entscheidend sind die Menschen“, betonte er. Pflegekräfte bräuchten verlässliche Arbeitsbedingungen, Anerkennung und Entwicklungsperspektiven, um dauerhaft im Maßregelvollzug tätig zu sein.

Ärztlicher Direktor Dr. Sven Krimmer begrüßte die nahtlose Übergabe an eine erfahrene Führungspersönlichkeit. Mit Dersch-Turian gewinne die Einrichtung eine Kollegin, die aus anderen klinischen Bereichen neue Impulse mitbringe. In ihrer Antrittsrede formulierte sie die Leitlinie für ihre ersten Monate: „Mutig, offen, reflektiert und gemeinsam.“

Besonderes Gewicht legt die neue Pflegedirektorin auf die konzeptionelle Weiterentwicklung der Pflege im Spannungsfeld zwischen Besserung, Sicherung und pflegerischer Fürsorge. Ziel sei es, krankheitsbedingte Gefährlichkeit „auf ein Maß zu reduzieren, das gesellschaftlich tragbar ist“. Moderne, freiheits- und rehabilitationsorientierte Konzepte sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Dersch-Turian betonte, gemeinsam mit allen Mitarbeitenden „das nächste Kapitel“ der Klinikgeschichte gestalten zu wollen.

Stefanie Dersch-Turian war seit 2013 bei Vitos Gießen-Marburg tätig. Sie arbeitete zunächst in der Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit, wurde später Assistentin des Pflegedirektors und übernahm ab 2022 Leitungsfunktionen in der Psychosomatik sowie am Standort Marburg. Sie verfügt über einen Bachelorabschluss in Psychiatric Nursing and Social Management sowie einen Masterabschluss im Gesundheitsmanagement.

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