Universitätsmedizin Leipzig plant 20 Bauprojekte bis 2040
Langfristiger Investitionsbedarf von rund einer Milliarde Euro – 172 Millionen Euro fließen zunächst in zwei Klinikneubauten
Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und die Medizinische Fakultät wollen ihren Campus mit insgesamt 20 Bauvorhaben bis 2040 umfassend weiterentwickeln. Der langfristige Investitionsbedarf liegt nach Angaben des UKL bei rund einer Milliarde Euro einschließlich IT und Medizintechnik. Für zwei bereits gestartete klinische Großprojekte stellt der Freistaat Sachsen insgesamt 172 Millionen Euro bereit.
Mit dem aktualisierten Masterplan setzt die Universitätsmedizin Leipzig die schrittweise Zentralisierung ihrer Klinik- und Forschungsstrukturen auf dem Campus fort. Gleichzeitig sollen die Gebäude an veränderte medizinische Anforderungen, zunehmende ambulante Versorgung, neue Medizintechnik und die Anforderungen an kritische Infrastruktur angepasst werden.
Ein Großteil der insgesamt 20 vorgesehenen Bauvorhaben befindet sich noch in der Konzeptphase. Für Projekte des ersten Entwicklungsabschnitts bis 2030 laufen dagegen bereits die Arbeiten. Die weitere Umsetzung des Masterplans bis 2040 steht unter Finanzierungsvorbehalt.
172 Millionen Euro für zwei Klinikprojekte
Zu den derzeit größten Vorhaben gehören der zweite Bauabschnitt von Haus 7 und der Neubau der Klinik für Nuklearmedizin. Für beide Projekte investiert der Freistaat Sachsen zusammen 172 Millionen Euro.

Auf der derzeit größten Baustelle auf dem Medizincampus am Ende der Liebigstraße entsteht der 2. Bauabschnitt des Klinikgebäudes Haus 7 mit dem Schwerpunkt Krebsmedizin.
Foto: Universitätsklinikum Leipzig
Im zweiten Bauabschnitt von Haus 7 sollen weitere Bereiche der Krebsmedizin gebündelt werden. Unter anderem zieht die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie in den Neubau. Das Gebäude wird rund 9.600 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Die Grundsteinlegung ist für den 1. Oktober vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2030.
Bereits im Bau befindet sich auch die neue Klinik für Nuklearmedizin. Der Neubau mit 1.155 Quadratmetern Nutzfläche soll unmittelbar an bestehende Strukturen angebunden werden und bislang dezentral untergebrachte Klinikbereiche zusammenführen. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.
Parallel erweitert das UKL seine Energiezentrale um eine Netzersatzanlage. Vier Transformatoren mit jeweils 1.600 kVA sowie neue Mittel- und Niederspannungsschaltanlagen sollen insbesondere die zusätzliche Infrastruktur der Nuklearmedizin absichern.
Weitere Großprojekte noch ohne gesicherte Finanzierung
Der Masterplan sieht perspektivisch auch eine Erweiterung des Campus auf Flächen zwischen Paul-List-Straße und Philipp-Rosenthal-Straße vor. Dort sollen unter anderem Neubauten zur Zusammenführung der Labordiagnostik und der Ambulanzen entstehen. Für diese Projekte sind die Finanzierungsfragen allerdings noch offen.
Konkreter ist der Forschungs- und Transferhub zur Wirkstoffentwicklung. Das mit 50 Millionen Euro aus dem europäischen „Fonds für einen gerechten Übergang“ geförderte Vorhaben soll Arbeitsplätze für mehr als 200 wissenschaftliche Beschäftigte schaffen. Der Baustart ist in den kommenden Monaten vorgesehen.
Ein weiteres Projekt steht dagegen kurz vor dem Abschluss: Im Dezember soll die im laufenden Klinikbetrieb umgebaute und erweiterte Zentrale Notaufnahme des UKL vollständig eröffnet werden.
Damit steht die Universitätsmedizin Leipzig vor einer langfristigen baulichen Transformation. Die Umsetzung aller 20 Projekte hängt jedoch wesentlich davon ab, ob die erforderlichen Investitionsmittel für die späteren Bauabschnitte bereitgestellt werden.




