Strukturelle Neuausrichtung in Schwaben: Landkreis Neu-Ulm gründet Klinik-gGmbH

Ziel: Zukunftssichere Gesundheitsversorgung durch moderne Organisationsform – Kreisspitalstiftung bleibt zu 100 % kommunal

Der Kreistag des Landkreises Neu-Ulm hat mit breiter Mehrheit und parteiübergreifender Zustimmung einen wichtigen Reformschritt für die regionale Gesundheitsversorgung beschlossen: Zum 1. Januar 2026 wird der operative Klinikbetrieb der Kreisspitalstiftung Neu-Ulm in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) überführt. Damit wird eine seit Jahrzehnten diskutierte Strukturreform in die Tat umgesetzt – ohne Privatisierung und unter vollständiger kommunaler Kontrolle.

Ziel der Neuausrichtung sei eine dauerhaft stabile, moderne und leistungsfähige Klinikstruktur, die sich besser auf gesundheitspolitische, finanzielle und versorgungsbezogene Herausforderungen einstellen kann. Im Mittelpunkt stehen:

  • Stärkung der Entscheidungsqualität durch die feste Einbindung medizinischer und betriebswirtschaftlicher Expertise,
  • Straffung der Entscheidungswege durch klar definierte Zuständigkeiten,
  • Schaffung einer tragfähigen, zukunftsfähigen Organisationsstruktur.

Die künftige Klinik-gGmbH wird organisatorisch wie folgt aufgebaut:

  • Geschäftsführung: Verantwortlich für das operative Tagesgeschäft.
  • Aufsichtsrat: Kontrolliert und berät die Geschäftsführung. Er besteht aus drei Personen, darunter ein Arbeitnehmervertreter, die Landrätin als Vertreterin des Landkreises und eine fachkundige Person.
  • Gesellschafterversammlung: Wahrgenommen durch den Ausschuss für Gesundheit und Krankenhauswesen (AGK) des Kreistags, der die Stimmabgabe des Landkreises koordiniert.

Die gGmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Kreisspitalstiftung – somit bleibt die Steuerung in kommunaler Hand.

Für die rund 1.600 Beschäftigten sowie die Patientinnen und Patienten bleibt alles wie bisher. Die Arbeitsverhältnisse werden übernommen, und die Mitbestimmung wird gestärkt: Ein Drittel der Aufsichtsratssitze wird künftig von Arbeitnehmervertreter:innen besetzt.