Städtisches Klinikum Magdeburg erhält 43,2 Millionen Euro für neues Notfallzentrum

Neue Zentrale Notaufnahme, Infektionsstation und ambulantes OP-Zentrum bis 2030

Das Städtische Klinikum Magdeburg erhält 43,2 Millionen Euro für den Ausbau seiner Notfall- und ambulanten Versorgungsstrukturen. Geplant sind eine neue Zentrale Notaufnahme mit Infektionsabteilung sowie eine Beobachtungsstation, ein Ambulanzbereich und ein Ambulantes Operationszentrum. Bis 2030 soll daraus ein sektorenübergreifendes Notfallzentrum entstehen.

Das Städtische Klinikum Magdeburg erhält eine Förderung von 43,2 Millionen Euro für die umfassende Neuordnung seiner Notfallversorgung. Ministerpräsident Sven Schulze und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne überreichten den Förderbescheid an Klinikgeschäftsführer Willi Lamp. Die Mittel stammen nach Angaben des Landes unter anderem aus dem Sondervermögen „Corona“ und dem Sondervermögen „Infrastruktur“. Mit der Förderung sollen bis 2030 mehrere miteinander verbundene Baumaßnahmen umgesetzt werden.

Zentrales Vorhaben ist der Neubau einer Zentralen Notaufnahme. Ergänzt wird diese durch eine Infektionsabteilung, eine Beobachtungsstation, einen Ambulanzbereich und ein Ambulantes Operationszentrum. Ziel ist ein modernes sektorenübergreifendes Notfallzentrum, das stationäre und ambulante Versorgungsstrukturen stärker miteinander verbindet.

Notaufnahme versorgt inzwischen rund 43.000 Patienten

Der Neubau reagiert auf die deutlich gestiegene Inanspruchnahme der bestehenden Notaufnahme. Diese war ursprünglich für rund 10.000 ambulante und 14.000 stationär zu behandelnde Patienten pro Jahr konzipiert worden. Mittlerweile werden dort jährlich etwa 43.000 Patienten versorgt. Nach Angaben des Landes ist die bestehende Infrastruktur damit an ihre Belastungsgrenzen gestoßen.

Das Klinikum gehört zugleich zu den beiden nördlichsten Krankenhäusern, die an der umfassenden Notfallversorgung gemäß den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 136c Absatz 4 SGB V teilnehmen. Damit erfüllt das Haus die Anforderungen der höchsten Stufe des gestuften Systems der Notfallstrukturen.

Mit dem Neubau sollen Kapazitäten und Behandlungsabläufe an das heutige Patientenaufkommen angepasst werden.

Neue Infektionsabteilung mit 24 Betten

Ein Schwerpunkt der Planung liegt auf dem Infektionsschutz. Die neue Zentrale Notaufnahme soll so gestaltet werden, dass infektiöse und nicht-infektiöse Patienten räumlich voneinander getrennt behandelt werden können. Vorgesehen sind unter anderem getrennte Wartebereiche und Schleusen. Zusätzlich entsteht eine Infektionsabteilung mit 24 Betten. Sie soll infektiöse Patienten sowohl aus der Notaufnahme als auch aus anderen Bereichen des Klinikums aufnehmen. Geplant sind Ein- und Zweibettzimmer mit eigenen Sanitärbereichen. Schleusen vor den Patientenzimmern sollen das Risiko einer Übertragung von Infektionen reduzieren und eine sichere Versorgung auch bei größeren Infektionsgeschehen ermöglichen. Die bauliche Ausgestaltung berücksichtigt damit ausdrücklich Erfahrungen und Anforderungen aus pandemischen Situationen.

Beobachtungsstation und ambulanter OP-Bereich

Nach Inbetriebnahme des Neubaus wird auch das Gebäude der bisherigen Notaufnahme weitergenutzt. Dort soll eine Beobachtungsstation mit neun Betten eingerichtet werden. Sie ermöglicht es, Patienten über einen begrenzten Zeitraum strukturiert zu überwachen und anschließend über die weitere Behandlung zu entscheiden. Direkt an die neue Notaufnahme soll außerdem ein Ambulanzbereich für die sektorenübergreifende Versorgung angebunden werden. Darüber hinaus entsteht im bisherigen Notaufnahmegebäude ein Ambulantes Operationszentrum. Damit erweitert das Klinikum gleichzeitig seine infrastrukturellen Voraussetzungen für die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen. Die verschiedenen Bausteine sollen organisatorisch und räumlich miteinander verbunden werden und so kürzere Versorgungswege ermöglichen.

Land sieht Investition als Baustein der Krankenhausstruktur

Ministerpräsident Sven Schulze bezeichnet die Investition als wichtigen Baustein für eine leistungsfähige Krankenhauslandschaft in Sachsen-Anhalt. Das neue intersektorale Notfallzentrum soll sowohl die Versorgung in Magdeburg als auch im Umland stärken. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hebt insbesondere die Verbindung von moderner Notfallversorgung, verbessertem Infektionsschutz und optimierten Behandlungsprozessen hervor.

Für das Klinikum entsteht mit dem Gesamtprojekt eine neue Infrastruktur, die mehrere aktuelle Entwicklungen gleichzeitig aufgreift: steigende Patientenzahlen in der Notfallversorgung, höhere Anforderungen an den Infektionsschutz und die zunehmende Verlagerung geeigneter Leistungen in ambulante Versorgungsstrukturen.