Stadt Norderney übernimmt insolventes Inselkrankenhaus
Nach zwei Jahren Insolvenzverfahren geht die Klinik in kommunale Hand – Stadt bereitet eigenständige Zukunftsstruktur vor
Das Krankenhaus Norderney ist seit dem 1. Oktober 2026 in kommunaler Hand. Insolvenzverwalter Axel Gerbers übergab die Klinik symbolisch an Bürgermeister Frank Ulrichs und dessen Vertreter Holger Reising. Damit endet eine rund zweijährige Fortführung des Krankenhauses im Insolvenzverfahren.
Für die Insel ist der Trägerwechsel von besonderer Bedeutung: Das Krankenhaus übernimmt die stationäre Versorgung sowohl der Bevölkerung als auch der zahlreichen Gäste auf Norderney. Die Stadt bezeichnet den Standort als wesentlichen Bestandteil der Daseinsvorsorge und will die medizinische Versorgung künftig in eigener Verantwortung weiterentwickeln.
Stadt hatte eigene Krankenhausgesellschaft gegründet
Die kommunale Übernahme war seit längerem vorbereitet worden. Bereits Ende 2025 hatte die Stadt die Gründung der Inselkrankenhaus Norderney GmbH (IKN) als eigene Gesellschaft zur Fortführung des Krankenhauses auf den Weg gebracht.
Im Sommer 2026 waren die Verhandlungen weitgehend abgeschlossen. Vorgesehen war ein Asset Deal, bei dem die Stadt die wesentlichen Vermögensgegenstände der insolventen Allergie- und Hautklinik gGmbH einschließlich des Krankenhausgrundstücks übernehmen sollte. Zugleich hatte die Kommune angekündigt, die Arbeitsplätze erhalten und den Krankenhausbetrieb ohne Unterbrechung fortführen zu wollen. Die entsprechenden Vertragswerke sollten Anfang Juli notariell beurkundet werden.
Ursprünglich war der Vollzug bereits für Anfang September vorgesehen. Mit der Übergabe zum 1. Oktober ist die Übernahme nun abgeschlossen.
Insolvenz seit Herbst 2024
Die bisherige Trägergesellschaft hatte im Oktober 2024 Insolvenzantrag gestellt. Die Stadt hatte daraufhin frühzeitig angekündigt, an einer langfristigen Lösung für den Erhalt des Krankenhauses arbeiten zu wollen. Ziel war ausdrücklich, eine medizinische Versorgung sicherzustellen, die sowohl dem Bedarf der Inselbevölkerung als auch den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung trägt.
Während des Insolvenzverfahrens wurde der Klinikbetrieb durchgehend fortgeführt. Gerbers hob bei der Übergabe insbesondere den Einsatz der Beschäftigten sowie die Unterstützung der Stadt hervor.
Für Norderney beginnt damit nun die nächste Phase: Neben dem Betrieb des Krankenhauses muss die Kommune ein wirtschaftlich und medizinisch tragfähiges Zukunftskonzept für den Standort entwickeln. Bereits im Juni hatte die Stadt angekündigt, parallel zur Übernahme eine Konzeption für Krankenhaus und Medizinisches Versorgungszentrum erarbeiten zu lassen.




