Sanktionsvorwürfe gegen DRK-Krankenhaus Rabenstein: ver.di kritisiert Missachtung zentraler Rotkreuz-Grundsätze
Gewerkschaft spricht von „Sanktionsspirale“ – Beschäftigte berichten von Druck, Versetzungen und fehlender Reaktion des DRK Sachsen
Die Gewerkschaft ver.di erhebt schwere Vorwürfe gegen das DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein und seinen Träger. Der seit Monaten eskalierende Tarifkonflikt habe nach Angaben der Gewerkschaft eine Qualität erreicht, die „weit über klassische Auseinandersetzungen in Tarifverhandlungen hinausgeht“. In einer Pressemitteilung beschreibt ver.di eine Reihe von Maßnahmen gegen Beschäftigte, die nach Streikteilnahmen versetzt, in ihren Funktionen eingeschränkt oder unter Druck gesetzt worden seien. Aus Sicht der Gewerkschaft widersprechen diese Vorgänge zentralen Rotkreuz-Grundsätzen, zu denen sich der Träger des Hauses öffentlich bekenne.
Bereits im November wandte sich ver.di mit einem ausführlichen Schreiben an das Kuratorium und Präsidium des DRK Sachsen, in dem detailliert dargelegt wurde, warum die dokumentierten Maßnahmen aus Gewerkschaftssicht sowohl arbeitsrechtlich bedenklich als auch mit den Werten des Roten Kreuzes unvereinbar seien. Eine Antwort auf das Schreiben stehe bis heute aus.
Nach Angaben der Gewerkschaft sollen unter anderem Versetzungen nach Streikteilnahme, die Aberkennung von Leitungsfunktionen, gestrichene Weiterbildungen und Einschüchterungsgespräche erfolgt sein. Auch seien mehrfach Streikbruchprämien gezahlt worden. Zudem berichteten Beschäftigte von Aussagen wie „Suchen Sie sich einen neuen Job“.
Ver.di zeigte sich besonders irritiert darüber, dass selbst Mitglieder des Kuratoriums, die Mandate im Sächsischer Landtag oder im Deutscher Bundestag für CDU und SPD innehaben, bislang nicht reagiert hätten – trotz der politischen Verantwortung, die mit diesen Ämtern verbunden sei.
Gewerkschaftssekretär Robin Rottloff betonte: „Wenn eine soziale Institution wie das DRK geltendes Arbeitsrecht und grundlegende Werte wie Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Einheit nach innen offenbar nicht mehr wahrt, sollte das politische Aufsichtsgremium mindestens alarmieren.“






