Sachsen-Anhalt fördert Notaufnahme in Wittenberg mit 3,52 Millionen Euro
Umbau am Paul Gerhardt Stift trennt infektiöse und nicht-infektiöse Fälle – Investition aus Corona-Sondervermögen
Die Notaufnahme des Evangelisches Krankenhaus Paul Gerhardt Stift in der Lutherstadt Wittenberg wird mit 3,52 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen des Landes Sachsen-Anhalt umgestaltet. Wie das Gesundheitsministerium am 19. Februar 2026 mitteilte, soll künftig eine bauliche Trennung zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Patientinnen und Patienten erfolgen. Für Krankenhäuser gewinnt das Thema pandemieresiliente Notfallstrukturen damit erneut an Bedeutung.
Nach Angaben des Ministeriums wird die Umgestaltung durch Mittel aus dem im Dezember 2021 vom Landtag beschlossenen Corona-Sondervermögen finanziert, das ein Gesamtvolumen von knapp zwei Milliarden Euro umfasst. Die Fördermittel dienen der Umsetzung pandemiebezogener Maßnahmen im Gesundheitssektor sowie weiteren Projekten zur Digitalisierung und wirtschaftlichen Stabilisierung.
Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärte bei der Übergabe des Förderbescheids: „Mit dem Corona-Sondervermögen stärken wir den Infektionsschutz und stellen sicher, dass der Standort in Wittenberg besser auf künftige Pandemien vorbereitet ist.“ Eine zentrale Lehre aus der Pandemie sei die bauliche Aufteilung der Notfallversorgung. „So können wir nicht-infektiöse Patientinnen und Patienten besser schützen und Infizierte schneller behandeln. Gleichzeitig vereinen wir damit die Versorgung ambulanter und stationärer Patientinnen und Patienten unter einem Dach.“
Geplant ist ein eingeschossiger Anbau, der einen separaten Zugang und die Erstversorgung in zwei getrennten Bereichen für Infektions- und Nicht-Infektionsfälle ermöglicht. In der erweiterten Rettungsstelle entstehen zusätzliche Behandlungsräume, Meldetresen, Personalbereiche sowie mehrere Wartezonen. Der bisherige Eingang der Notaufnahme soll künftig ausschließlich für Liegendanfahrten genutzt werden.
Für das Klinikmanagement bedeutet das Projekt nicht nur eine bauliche Modernisierung, sondern auch strukturelle Anpassungen in der Notfallorganisation. Die Trennung der Patientenströme erfordert entsprechende Prozesssteuerung, Personalplanung und infrastrukturelle Anpassungen. Gleichzeitig wird mit dem Umbau ein Ansatz der sektorenübergreifenden Versorgung verfolgt, indem ambulante und stationäre Notfallbehandlungen räumlich enger verzahnt werden.
Geschäftsführer Matthias Lauterbach betonte: „Wir sind sehr froh und dankbar über den Zuwendungsbescheid des Landes Sachsen-Anhalt, denn dieser ermöglicht uns die dringend notwendige pandemieresiliente Erweiterung unserer Rettungsstelle.“ Von der verbesserten Raumstruktur und optimierten Abläufen profitierten sowohl Patientinnen und Patienten als auch Mitarbeitende.
Das Krankenhaus befindet sich in Trägerschaft der Johannesstift Diakonie sowie der Paul-Gerhardt-Stiftung. Jährlich werden dort rund 14.000 Patientinnen und Patienten stationär und etwa 27.200 ambulant versorgt. Für die Versorgungsstruktur im Landkreis Wittenberg stellt die Investition eine gezielte Stärkung der Notfallkapazitäten dar.






