Saar-Grüne fordern Erhalt des Klinikstandorts Kohlhof

Kritik an Umstrukturierungsplänen des Gesundheitsministeriums: Versorgungssicherheit und Patient:inneninteressen im Fokus

Bündnis 90/Die Grünen im Saarland haben sich gegen die geplante Schließung des Klinikstandorts Kohlhof ausgesprochen. In ihrem Positionspapier kritisieren sie die Reformpläne des saarländischen Gesundheitsministeriums als wirtschaftlich unvernünftig und warnen vor negativen Folgen für Patient:innen und Beschäftigte. Zugleich fordern die Grünen eine bedarfsgerechte Spezialisierung der Krankenhauslandschaft, die Effizienz und Qualität verbindet.

Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen im Saarland, betont: „Die Pläne von Minister Jung werfen gravierende Fragen zur Wirtschaftlichkeit und Transparenz auf. Der Strukturwandel darf kein Blindflug sein.“

Bestandssanierung statt Neubau

Die Grünen argumentieren, dass der Standort Kohlhof mit Baujahr 2011 zu den modernsten Kliniken des Saarlands zählt. Ein Neubau am Diakonie-Klinikum Neunkirchen (DKN) würde rund 150 Millionen Euro kosten, während eine Erweiterung des Kohlhofs lediglich 50 bis 70 Millionen Euro erfordere. Morbe unterstreicht: „Es ist ressourcenschonender und finanziell verantwortungsvoller, eine moderne Infrastruktur auszubauen, statt funktionierende Gebäude aufzugeben.“

Patientenwille und Versorgungsqualität

Mit über 1.600 Geburten im Jahr 2025 sei der Kohlhof landesweit führend und genieße einen exzellenten Ruf. Die geplante Verlagerung der Pädiatrie und Geburtshilfe nach St. Wendel kritisieren die Grünen als problematisch: Die dortige Klinik werde voraussichtlich nicht die notwendige kritische Masse von 1.000 Geburten pro Jahr erreichen, um medizinisch und wirtschaftlich auf hohem Niveau zu arbeiten. Gleichzeitig drohten Versorgungslücken in Neunkirchen, die weder die Uniklinik Homburg noch die Krankenhäuser in Saarbrücken kurzfristig ausgleichen könnten.

Soziale Verantwortung für Mitarbeitende

Die Grünen warnen, dass die geplante Reform auch hunderte Beschäftigte betreffe. Viele Pflegekräfte, Ärzt:innen und Servicekräfte seien auf den Standort Kohlhof angewiesen. Lisa Becker, Vorsitzende des Kreisverbands Saarpfalz, erklärt: „Mitarbeitende lassen sich nicht einfach wie Schachfiguren nach St. Wendel verschieben. Der Erhalt des Kohlhofs ist keine Kirchturmpolitik, sondern das Gebot der wirtschaftlichen und medizinischen Vernunft.“

Die Saar-Grünen fordern Gesundheitsminister Jung und die Landesregierung auf, ihre Position zu überdenken, um Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Vernunft und soziale Verantwortung miteinander in Einklang zu bringen.

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