RKH Klinikum Ludwigsburg und RBK Stuttgart vertiefen Schlaganfall-Kooperation

Neurovaskuläres Versorgungsmodell beschleunigt Thrombektomie bei Hirngefäßverschluss

Das RKH Klinikum Ludwigsburg und das Robert Bosch Krankenhaus (RBK) Stuttgart haben ihre Zusammenarbeit in der Schlaganfallversorgung deutlich vertieft. Wie beide Häuser mitteilen, soll insbesondere die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit akuten großen Hirngefäßverschlüssen durch ein gemeinsames neurovaskuläres Versorgungsmodell beschleunigt werden. Ziel ist eine noch schnellere mechanische Thrombektomie durch eng abgestimmte interklinische Abläufe und teleradiologische Anbindung.

Das RKH Klinikum Ludwigsburg und das Robert Bosch Krankenhaus (RBK) in Stuttgart bauen ihre Kooperation in der neuroradiologischen und neurovaskulären Versorgung weiter aus. Im Zentrum steht die optimierte Behandlung von Patientinnen und Patienten mit akuten ischämischen Schlaganfällen, insbesondere bei Verschlüssen großer Hirnarterien, bei denen eine mechanische Thrombektomie erforderlich ist.

Im Rahmen der vertieften Zusammenarbeit werden Schlaganfallpatientinnen und -patienten des RBK bei entsprechender Diagnostik unmittelbar an die neuroradiologische Fachabteilung in Ludwigsburg angebunden. Bildgebende Daten aus der Computertomographie werden teleradiologisch übertragen, sodass die dortigen Spezialistinnen und Spezialisten frühzeitig über die Indikation eines interventionellen Eingriffs entscheiden können. Parallel kann im RBK bei geeigneten Fällen bereits eine systemische Thrombolyse eingeleitet werden, um wertvolle Zeit bis zur mechanischen Rekanalisation zu überbrücken.

Die logistischen Abläufe sind dabei klar definiert: Nach der Erstdiagnostik erfolgt ein direkter bodengebundener Transport nach Ludwigsburg, wo die Patientinnen und Patienten im Angiographie-OP übernommen und unmittelbar behandelt werden. Die Transportzeit beträgt laut Angaben der Kliniken lediglich etwa 15 bis 20 Minuten. Im Kontext der Schlaganfallmedizin, in der jede Minute über das Ausmaß der neurologischen Folgeschäden entscheidet, gilt die konsequente Zeitverkürzung als zentraler Qualitätsfaktor.

Die beteiligten Fachgesellschaften und Klinikleitungen betonen insbesondere die Standardisierung der Prozesse. Neurologie, Neuroradiologie, Anästhesie und Intensivmedizin arbeiten standortübergreifend in abgestimmten Behandlungspfaden zusammen. Ergänzend wurden verbindliche Leitlinien entwickelt, die eine einheitliche Entscheidungsstruktur bei akuten neurovaskulären Notfällen gewährleisten.

Über die akute Schlaganfallversorgung hinaus umfasst die Kooperation auch komplexe zerebrovaskuläre Erkrankungen wie Aneurysmen oder Gefäßmalformationen. Diese Fälle werden im Rahmen von Telekonsilen oder regelmäßigen interdisziplinären Fallkonferenzen gemeinsam beurteilt. Ziel ist eine konsentierte Therapieentscheidung unter Einbindung aller relevanten Fachdisziplinen beider Standorte.

Die Kooperation ist Teil einer strategischen Ausrichtung im Zuge der Krankenhausstrukturentwicklung. Beide Einrichtungen verfolgen das Ziel, hochspezialisierte medizinische Leistungen standortübergreifend zu bündeln und damit die Versorgungsqualität zu erhöhen. Während Ludwigsburg seine neuroradiologische Expertise einbringt, ergänzt das RBK die Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Herzmedizin und Onkologie.

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