Pädiatrische Kooperation sichert Geburtshilfe in Werdau

Pleißental-Klinik und Heinrich-Braun-Klinikum bündeln Kompetenzen für wohnortnahe Versorgung von Familien

Die Pleißental-Klinik Werdau und das Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) Zwickau arbeiten seit dem 1. Mai 2026 im Bereich der kinderärztlichen Versorgung zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die Geburtshilfe am Standort Werdau trotz wachsender Herausforderungen bei der Sicherstellung einer dauerhaften pädiatrischen Versorgung langfristig zu stabilisieren und Familien weiterhin eine wohnortnahe Betreuung anzubieten.

Die Rahmenbedingungen für kleinere und mittlere Geburtskliniken stehen bundesweit zunehmend unter Druck. Personelle Engpässe, steigende Anforderungen an die Versorgungsqualität und wirtschaftliche Herausforderungen führen dazu, dass insbesondere die kinderärztliche Versorgung vielerorts schwieriger aufrechtzuerhalten ist. Vor diesem Hintergrund haben die Pleißental-Klinik Werdau (PTK) und das Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau eine Kooperation vereinbart, die nach Angaben beider Einrichtungen eine nachhaltige Lösung für die Region schaffen soll.

Im Rahmen der Zusammenarbeit übernimmt das Heinrich-Braun-Klinikum künftig die pädiatrische Mitbetreuung von Neugeborenen an der Pleißental-Klinik. Damit soll sichergestellt werden, dass werdende Eltern weiterhin die Möglichkeit haben, ihr Kind in Wohnortnähe zur Welt zu bringen und gleichzeitig auf spezialisierte kinderärztliche Expertise zurückgreifen zu können.

Die Geburtshilfe in Werdau richtet ihr Profil künftig stärker auf die Betreuung risikoarmer Schwangerschaften sowie auf physiologische Geburten aus. Entbindungen sollen ab der Schwangerschaftswoche 37+0 möglich sein. Bei auffälligen Befunden oder Risikokonstellationen sollen individuelle Empfehlungen für einen geeigneten Geburtsort ausgesprochen werden.

Aus Sicht der beteiligten Kliniken steht die Kooperation beispielhaft für die zunehmende Bedeutung regionaler Vernetzungsstrukturen im Krankenhauswesen. HBK-Geschäftsführerin Bianca Steiner bezeichnete die Zusammenarbeit als wichtiges Signal für eine moderne kommunale Gesundheitsversorgung. Ziel sei es, eine verlässliche und sichere Versorgung rund um die Geburt sicherzustellen.

Auch Pleißental-Klinik-Geschäftsführer Sven Hendel sieht in dem Modell eine Möglichkeit, medizinische Angebote regional weiterzuentwickeln. Kooperationen zwischen Krankenhäusern dürften angesichts struktureller Veränderungen im Gesundheitswesen künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Konkret sieht die Zusammenarbeit vor, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte des HBK-Kinderzentrums an Werktagen auf der Wochenbettstation in Werdau Visiten durchführen sowie notwendige Vorsorgeuntersuchungen, Screenings und Prophylaxen übernehmen. Geplante Kaiserschnitte sollen ebenfalls unter kinderärztlicher Begleitung stattfinden. Für Wochenenden und Feiertage wurde eine Rufbereitschaft eingerichtet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert