Ostalbkreis und SRH planen neurologische Rehabilitation in Ellwangen

Kooperation soll Versorgungskette nach Schlaganfall schließen und Standort Ellwangen sektorenübergreifend weiterentwickeln

Der Ostalbkreis, die Kliniken Ostalb und die SRH Gesundheit GmbH wollen die neurologische Versorgung am Standort Ellwangen ausbauen. Wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung hervorgeht, hat der Verwaltungsrat der Kliniken Ostalb am 9. Februar 2026 der Aufnahme konkreter Vertragsverhandlungen zugestimmt. Ziel ist die Implementierung einer neurologischen Rehabilitation der Phasen C und D im Rahmen eines Mietmodells durch die SRH Gesundheit. Für die regionale Krankenhausplanung bedeutet dies eine strukturelle Weiterentwicklung des Standorts im Sinne einer sektorenübergreifenden Versorgung.

Bereits im September 2025 hatte die SRH Gesundheit ihr Interesse an einer Beteiligung an der St. Anna-Virngrund-Klinik in Ellwangen bekundet. In den vergangenen Monaten wurden laut Mitteilung intensive Gespräche sowie fachliche und wirtschaftliche Prüfungen durchgeführt. Grundlage der weiteren Schritte ist das beschlossene Medizin- und Übergangskonzept der Kliniken Ostalb.

Die neurologische Rehabilitation der Phasen C und D richtet sich an Patientinnen und Patienten, die nach einer abgeschlossenen Akutbehandlung – etwa nach einem Schlaganfall – medizinisch stabil sind und eine intensivtherapeutische Rehabilitation zur Wiedererlangung von Selbstständigkeit und Alltagskompetenz benötigen. Mit dem geplanten Angebot würde die bestehende Versorgungskette im Ostalbkreis ergänzt: Auf die Akutbehandlung in den Kliniken Ostalb folgt bislang die neurologische Rehabilitation der Phase B im SRH Fachkrankenhaus Neresheim. Künftig sollen auch die Phasen C und D am Standort Ellwangen durch die SRH Gesundheit betrieben werden.

Parallel dazu bauen die Kliniken Ostalb ihr Neurozentrum am Standort Aalen weiter aus. Unter Leitung der neurologischen Chefärztin Dr. Susanne Müller und des Chefarztes der Radiologie, Dr. med. Christian Capatana, werden diagnostische und interventionelle Verfahren wie Lysetherapie und Thrombektomie weiterentwickelt. Die Versorgung erfolgt interdisziplinär unter Einbindung von Kardiologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und der Stroke Unit am Standort Mutlangen.

Für das Klinikmanagement im Ostalbkreis ist die Kooperation Teil einer strukturellen Neuausrichtung. Durch die Verlagerung stationärer Abteilungen frei werdende Flächen in Ellwangen sollen künftig für ein sektorenübergreifendes Versorgungskonzept genutzt werden. Vorgesehen sind unter anderem eine allgemeine Innere Medizin, Schmerztherapie, eine erweiterte Kinder- und Jugendpsychiatrie, eine internistische Notaufnahme im 24/7-Betrieb sowie eine unfallchirurgische Ambulanz mit Durchgangsarzt. Ergänzend ist ein ambulantes Operationszentrum durch externe Betreiber geplant.

Mit der nun beschlossenen Aufnahme von Vertragsverhandlungen konkretisieren die Partner ihre strategische Zusammenarbeit. Ziel ist eine qualitativ hochwertige und wirtschaftlich tragfähige Weiterentwicklung der neurologischen Versorgung im Ostalbkreis.

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