Notfallmedizin: Rezertifizierung der Chest Pain Unit am Klinikum Dessau
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie bestätigt erneut höchste Standards bei der Versorgung von Brustschmerz-Patienten
Die Chest Pain Unit (CPU) des Städtischen Klinikums Dessau hat erfolgreich die Rezertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) durchlaufen. Damit wird der Klinik für Innere Medizin II offiziell bescheinigt, dass sie auch weiterhin die strengen Qualitätskriterien für die Diagnostik und Akuttherapie von Patientinnen und Patienten mit unklarem Brustschmerz erfüllt. Die Auszeichnung gilt für weitere drei Jahre und unterstreicht die regionale Bedeutung Dessaus als Zentrum für kardiale Notfallmedizin.
Seit ihrer Erstzertifizierung im Jahr 2021 hat sich die CPU in Dessau als unverzichtbarer Bestandteil der rettungsmedizinischen Infrastruktur etabliert. Mit rund 1.800 Vorstellungen im Zeitraum 2024/2025 leistet die Einheit einen massiven Beitrag zur Patientensicherheit. Die Bilanz der letzten zwei Jahre verdeutlicht die Relevanz: Bei jedem vierten Patienten (25 Prozent) wurde ein akuter Myokardinfarkt diagnostiziert. Dank der unmittelbaren Verfügbarkeit eines Herzkatheterlabors und standardisierter Behandlungspfade konnte in diesen Fällen wertvolle Zeit gewonnen und eine leitliniengerechte Therapie ohne Verzug eingeleitet werden.
Die Zertifizierung durch die DGK ist an anspruchsvolle Auflagen gebunden. Neben einer modernen apparativen Ausstattung und einer räumlich engen Anbindung an die Intensivstation ist vor allem die fachliche Expertise entscheidend. Das speziell geschulte Team aus Ärzten und Pflegekräften gewährleistet eine lückenlose Überwachung und Differenzialdiagnostik rund um die Uhr. Doch die CPU dient nicht nur der Identifikation von Notfällen: Die strukturierte Ausschlussdiagnostik ermöglicht es, nicht-kardiale Ursachen für Brustschmerzen schnell zu erkennen. Dies schützt Patienten vor unnötigen Sorgen und vermeidet gleichzeitig Fehlbelegungen in der stationären Versorgung.
Für das Klinikum Dessau ist die Rezertifizierung ein Beleg für die kontinuierliche Weiterentwicklung der kardiologischen Prozesse. Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Georg Fürnau betont, dass Zeit beim akuten Koronarsyndrom (ACS) der entscheidende Faktor für die Prognose sei. Durch die CPU-Strukturen wird sichergestellt, dass „Time-to-Balloon“-Zeiten minimiert werden. Auch der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. Christoph Herborn, sieht in der Auszeichnung ein wichtiges Signal an die Bevölkerung der Region: Die Bestätigung der Versorgungsqualität schafft Vertrauen in eine hochmoderne, verlässliche Notfallversorgung vor Ort.





