Neurologische Reha: Asklepios eröffnet Penny-Trainingsmarkt
Neurologisches Therapiezentrum Altona setzt auf alltagsnahes Einkaufstraining nach Schlaganfällen und anderen schweren neurologischen Erkrankungen
Das neu eröffnete Neurologische Therapiezentrum der Asklepios Klinik Altona erweitert seine neurologische Rehabilitation um ein ungewöhnliches Therapieangebot: In einem eigens eingerichteten Penny-Trainingsmarkt können Patienten alltägliche Einkaufssituationen unter geschützten Bedingungen üben. Trainiert werden dabei motorische, kognitive und kommunikative Fähigkeiten mit dem Ziel, die Selbstständigkeit im Alltag wiederherzustellen.

Blick in das Neurologische Therapiezentrum Altona
Foto: Asklepios
Nach schweren neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall müssen Betroffene häufig grundlegende Fähigkeiten neu erlernen. Neben Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie kommen dabei zunehmend auch kognitive Trainingsverfahren, Robotik, Biofeedback und KI-gestützte Systeme zum Einsatz.
Das Neurologische Therapiezentrum Altona ergänzt diese Verfahren nun um ein möglichst realitätsnahes Alltagstraining. Der eigens eingerichtete Trainingsmarkt bildet typische Situationen eines Supermarktbesuchs nach: Patienten wählen Produkte aus, orientieren sich zwischen Regalen, treffen Kaufentscheidungen, legen Waren auf das Kassenband und bezahlen.
Einkaufen wird Bestandteil der neurologischen Rehabilitation
Das Training verbindet unterschiedliche Anforderungen miteinander. Geübt werden unter anderem Greifen, Gleichgewicht und Koordination sowie das Öffnen und Offenhalten von Kühleinheiten. Gleichzeitig müssen die Patienten ihren Einkauf planen, sich räumlich orientieren, Produkte finden und sich merken, welche Waren noch benötigt werden.
Gerade diese Kombination macht einen selbstständigen Einkauf nach neurologischen Erkrankungen zu einer komplexen Aufgabe.
„Wenn im geschützten Rahmen schon vieles gut gelingt, genügt das oft noch nicht zur Bewältigung des Alltags“, erklärt Privatdozent Dr. Robert Schulz, Chefarzt der Neurologie der Asklepios Klinik Altona. Teilhabe sei ein wichtiger Bestandteil der Genesung. Einkaufen bilde dabei einen Baustein auf dem Weg zurück zu größerer Selbstständigkeit.
Der Trainingsmarkt bietet den Vorteil, dass Patienten ohne den Zeitdruck eines regulären Supermarktes üben können. Auch die Belastung durch wartende oder beobachtende Kunden entfällt. Fähigkeiten können zunächst in einem überschaubaren Umfeld trainiert und anschließend auf reale Einkaufssituationen übertragen werden.
Penny und regionale Unternehmen unterstützen Trainingsmarkt
Für eine möglichst realistische Umgebung wurde der Trainingsmarkt mit fünf Regalen auf einer Gesamtlänge von knapp sieben Metern ausgestattet. Hinzu kommen ein Bake-off-Regal, ein Zeitungsregal, eine kleine Tiefkühltruhe und ein Getränkekühlschrank. Einkaufswagen, Einkaufskörbe sowie verschiedene Verpackungs- und Einkaufstüten ergänzen die Ausstattung.
Unterstützt wurde das Projekt unentgeltlich von Penny sowie den Unternehmen Röpke Ladenbau und Die Holzwerkstatt. Letztere fertigte unter anderem eine Kasse mit kleinem Laufband sowie ein beleuchtetes Penny-Schild aus Holz.
Eine besondere optische Gestaltung erhielt der Therapiebereich durch den Graffiti-Künstler Ray de la Cruz, der zuvor bereits einen Penny-Markt auf der Hamburger Reeperbahn mitgestaltet hatte.
Mit dem Trainingsmarkt verbindet das Therapiezentrum klassische neurologische Rehabilitation mit konkreten Anforderungen des täglichen Lebens. Der Ansatz soll dazu beitragen, Therapieerfolge aus einem geschützten klinischen Umfeld schrittweise in den Alltag zu übertragen und damit die gesellschaftliche Teilhabe der Patienten zu verbessern.




