Neue Forensik-Klinik in Wuppertal-Ronsdorf: Bauarbeiten gestartet
Nordrhein-Westfalen baut Kapazitäten der forensischen Psychiatrie massiv aus – weitere Standorte werden erweitert
In Wuppertal-Ronsdorf haben am 26. Mai 2026 die Bauarbeiten für eine neue forensisch-psychiatrische Klinik begonnen. Der Neubau ist Teil eines landesweiten Ausbauprogramms zur Erweiterung der Behandlungskapazitäten in der forensischen Psychiatrie in Nordrhein-Westfalen. 176 Millionen Euro werden voraussichtlich investiert.
Die neue Einrichtung entsteht auf einem Freigelände im Norden von Wuppertal-Ronsdorf und soll künftig rund 150 Behandlungsplätze umfassen. Insgesamt sind sieben Gebäude vorgesehen, die nach modernsten Sicherheitsstandards errichtet werden. Dazu zählt unter anderem eine umfangreiche Sicherungsanlage mit einem 5,5 Meter hohen transparenten Zaunsystem. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2028 geplant. Betreiber wird der Landschaftsverband Rheinland sein, Bauherr ist das Land Nordrhein-Westfalen.
Nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist der Neubau ein wichtiger Baustein zur Erweiterung der Versorgungskapazitäten. Durch zusätzliche Plätze solle sowohl die Therapiequalität verbessert als auch die öffentliche Sicherheit gestärkt werden.
Parallel zu dem Neubauprojekt in Wuppertal werden auch andere Standorte ausgebaut. In Bedburg-Hau entsteht eine Erweiterung der bestehenden Klinik um den sogenannten „Campus II“ mit weiteren 144 Plätzen. In Lünen wird eine neue forensische Klinik mit ebenfalls 150 Plätzen errichtet, deren Fertigstellung für Ende 2026 vorgesehen ist. Insgesamt plant das Land Nordrhein-Westfalen bis 2028 rund 649 zusätzliche Plätze in der forensischen Psychiatrie.
Die Bau- und Ausbauprojekte sind Teil eines bereits 2012 gestarteten Landesprogramms zur Kapazitätserweiterung in der Forensik. Ziel ist es, den steigenden Bedarf an Unterbringungs- und Behandlungsplätzen für psychisch kranke Straftäter besser abzudecken und gleichzeitig die Unterbringungssituation zu modernisieren.
Neben der baulichen Erweiterung werden an allen Standorten auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Für Wuppertal ist von rund 200 neuen Stellen die Rede. Die Inbetriebnahme erfolgt nach einer mehrjährigen Bau- und Testphase, bevor die klinische Nutzung vollständig aufgenommen wird.




