MUL-CT startet Forschungsprojekt für Gesundheitsversorgung bei Waldbränden

Medizinische Universität Lausitz kooperiert mit Airbus und BTU zur Stärkung der Krisenresilienz

Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) hat gemeinsam mit Airbus Helicopters und der Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg ein Forschungsprojekt zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in Krisensituationen gestartet. Im Fokus stehen die Auswirkungen von Waldbränden auf die Gesundheitslogistik und die medizinische Versorgung in der Lausitz. Die Kooperationsvereinbarung wurde am 11. Juni 2026 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin unterzeichnet.

Mit zunehmenden klimabedingten Extremwetterereignissen rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Krankenhäuser und Rettungsdienste auch unter erschwerten Bedingungen handlungsfähig bleiben können. Das neue Forschungsprojekt untersucht, welche Folgen großflächige Waldbrände auf die Erreichbarkeit medizinischer Einrichtungen, den Transport von Patienten sowie die Versorgung mit kritischen medizinischen Gütern haben.

Zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die Entwicklung eines digitalen Simulationsmodells, das verschiedene Krisenszenarien abbilden soll. Dabei werden Faktoren wie Straßensperrungen, Evakuierungen, Versorgungsengpässe und zusätzliche Patientenströme analysiert. Ziel ist es, belastbare Strategien für eine resiliente Gesundheitsversorgung zu entwickeln und die Widerstandsfähigkeit regionaler Versorgungsstrukturen zu erhöhen.

Digitale Plattform für die Modellregion Gesundheit Lausitz

Die MUL – CT bringt ihre Expertise aus Gesundheitsversorgung, Versorgungsforschung und Digitalisierung in das Projekt ein. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in den Aufbau einer digitalen Plattform für die Modellregion Gesundheit Lausitz einfließen. Geplant ist die intelligente Verknüpfung von Gesundheits-, Mobilitäts- und Umweltdaten, um Versorgungsprozesse künftig vorausschauender steuern zu können.

Für das Krankenhausmanagement gewinnt das Thema Resilienz zunehmend an Bedeutung. Neben dem regulären Klinikbetrieb müssen Einrichtungen künftig verstärkt auf Krisenlagen vorbereitet sein, die durch Naturkatastrophen, Infrastrukturstörungen oder klimatische Extremereignisse ausgelöst werden können. Das Projekt adressiert damit ein Handlungsfeld, das in der aktuellen Krankenhausplanung und Notfallvorsorge an Relevanz gewinnt.

Unbemannte Luftfahrzeuge und Gesundheitslogistik

Die BTU Cottbus-Senftenberg steuert Forschungskompetenzen aus den Bereichen digitale Zwillinge, intelligente Mobilitätssysteme und Luftfahrttechnologien bei. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung optimierter Flugrouten für unbemannte Luftfahrzeuge, die zur Waldbranderkennung und Lagebeobachtung eingesetzt werden können.

Airbus Helicopters bringt Erfahrungen aus seinem internationalen Programm „LifeSaver“ ein. Das Konzept wurde bereits in Japan genutzt, um medizinische Lieferketten in Katastrophensituationen abzusichern. Nun soll untersucht werden, wie vergleichbare Technologien und Logistikansätze auf die Bedingungen in der Lausitz übertragen werden können.

Modellregion für resiliente Gesundheitsversorgung

Das Forschungsprojekt baut auf der Anfang 2026 geschlossenen Absichtserklärung zum Innovationsökosystem „LifeSaver Lausitz“ auf. Mit dem geplanten Projektstart im September 2026 wollen die Partner die Lausitz als Modellregion für digitale Gesundheitsversorgung und resiliente Versorgungsstrukturen weiterentwickeln.

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