Marienhaus Campus Hermeskeil: Vereinbarung stärkt Modell der Regioklinik

GKV-Spitzenverband und DKG schaffen Grundlage für sektorenübergreifende Versorgung

Eine neue Vereinbarung zwischen dem GKV-Spitzenverband und der Deutsche Krankenhausgesellschaft stärkt die Rolle des Marienhaus Campus Hermeskeil als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung. Die Regelung wurde Anfang März 2026 getroffen und schafft erstmals bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für sogenannte Regiokliniken.

Mit der Vereinbarung konkretisieren die zentralen Akteure der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Krankenhausträger die Ausgestaltung stationärer Leistungen in sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen. Diese Struktur wurde zuvor durch das Bundesministerium für Gesundheit initiiert und ist ein zentraler Baustein der laufenden Krankenhausreform.

Der Marienhaus Campus Hermeskeil gilt dabei als eines der ersten praktischen Beispiele für dieses Versorgungsmodell. Bereits am 12. August 2025 wurde der Standort durch den rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Clemens Hoch offiziell als erste Regioklinik des Bundeslandes benannt. Grundlage war die Umstrukturierung des ehemaligen Marienhaus Krankenhauses St. Josef.

Ziel der sektorenübergreifenden Einrichtungen ist es, ambulante, stationäre und pflegerische Leistungen enger miteinander zu verzahnen. Damit sollen insbesondere in ländlichen Regionen wohnortnahe Versorgungsangebote gesichert werden. Die Einrichtungen übernehmen dabei eine wichtige Rolle zwischen klassischer ambulanter Versorgung und voll ausgestatteten Akutkliniken.

Durch die nun geschaffene Möglichkeit, Leistungen sektorenübergreifend zu erbringen, erweitert sich das medizinische Spektrum des Standorts deutlich. Der Marienhaus Campus Hermeskeil kann künftig zentrale Bereiche der Grund- und Regelversorgung abdecken. Dazu zählen unter anderem die internistische und geriatrische Versorgung sowie die Behandlung häufiger Krankheitsbilder wie Infektionserkrankungen, Pneumonien, Erkrankungen der unteren Atemwege oder urologische Erkrankungen.

Charakteristisch für das Modell ist, dass die Einrichtungen keine klassische Notfallversorgung im Sinne eines vollumfänglichen Akutkrankenhauses vorhalten müssen. Stattdessen konzentrieren sie sich auf planbare und häufige Krankheitsbilder sowie auf eine strukturierte Patientensteuerung zwischen ambulanten und stationären Angeboten.

Für das Krankenhausmanagement ergibt sich daraus ein neues Versorgungs- und Betriebsmodell, das stärker auf Kooperation, Spezialisierung und effiziente Ressourcennutzung ausgerichtet ist. Gleichzeitig stellt die sektorenübergreifende Versorgung höhere Anforderungen an Prozessintegration, digitale Schnittstellen und interprofessionelle Zusammenarbeit.

Die Vereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft schafft damit erstmals eine verbindliche Grundlage für die Weiterentwicklung dieser neuen Versorgungsform. Am Beispiel des Marienhaus Campus Hermeskeil wird deutlich, wie die Krankenhausreform konkret in regionale Versorgungsstrukturen übersetzt werden kann.

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