Lübbecker Grüne bekräftigen Widerstand gegen Krankenhausneubau in Espelkamp

Ortsverband spricht sich erneut für den Erhalt des Krankenhausstandorts Lübbecke aus

Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Lübbecke hat seine Ablehnung der aktuellen Neubaupläne der Mühlenkreiskliniken (MKK) für Espelkamp bekräftigt. Wie aus einer Mitteilung des Ortsverbandes hervorgeht, sprach sich die Mitgliederversammlung am 12. Mai 2026 nach ausführlicher Diskussion erneut für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Krankenhausstandorts Lübbecke aus. Im Mittelpunkt der Debatte standen medizinische, wirtschaftliche, infrastrukturelle und ökologische Aspekte der zukünftigen Krankenhausversorgung im Altkreis.

Die Zukunft der Krankenhausversorgung im Kreis Minden-Lübbecke bleibt politisch umstritten. Während die Mühlenkreiskliniken den geplanten Neubau eines Zentralkrankenhauses in Espelkamp als zentrale Antwort auf die Anforderungen der Krankenhausreform und die langfristige Sicherung der Versorgungsqualität betrachten, sieht der Ortsverband der Grünen in Lübbecke weiterhin erhebliche Argumente für den Erhalt des bestehenden Standorts.

Nach Angaben des Ortsverbandes wurde in der Mitgliederversammlung eine umfassende Bewertung der verschiedenen Handlungsoptionen vorgenommen. Dabei wurden sowohl die aktuelle und künftige medizinische Versorgungssituation als auch die Vorgaben der Krankenhausplanung von Bund und Land berücksichtigt. Ebenso flossen Fragen der personellen und fachlichen Ausstattung sowie die Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten und die Beschäftigten der Kliniken in die Beratungen ein.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den ökologischen Auswirkungen der unterschiedlichen Szenarien. Die Grünen verwiesen auf den Flächen- und Ressourcenverbrauch, die CO₂-Bilanz sowie den Erhalt des Gabelhorster Waldes. Nach Auffassung des Ortsverbandes müssten sowohl die ökologischen Folgen eines Neubaus als auch die Auswirkungen einer Sanierung des bestehenden Krankenhauses differenziert betrachtet werden.

Intensiv diskutiert wurden zudem die Investitionskosten und die langfristige Finanzierbarkeit der Krankenhausversorgung. Kritisch bewertet wurde insbesondere die aus Sicht vieler Mitglieder vergleichsweise knappe Dimensionierung des geplanten Neubaus. Angesichts des demografischen Wandels bestehe das Risiko, dass die vorgesehenen Kapazitäten künftig nicht ausreichen könnten.

Auch die Bedeutung des Krankenhauses für die Stadtentwicklung spielte eine wichtige Rolle. Der Ortsverband verweist darauf, dass der Verlust eines Krankenhausstandorts erhebliche wirtschaftliche und infrastrukturelle Folgen für Lübbecke haben könnte. Zudem wurde bemängelt, dass bislang keine konkreten Nachnutzungskonzepte für das bestehende Krankenhausgebäude vorliegen.

Darüber hinaus äußerten die Grünen Zweifel an der häufig angeführten Zielvorgabe des Landes Nordrhein-Westfalen, wonach 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 20 Minuten ein Krankenhaus erreichen sollen. Diese Vorgabe sei nach Einschätzung der Versammlung eher politisch als medizinisch begründet.

Eine Bebauung des Gabelhorster Waldes lehnt der Ortsverband ausdrücklich ab. Sollte ein Neubau dennoch umgesetzt werden, müsse die notwendige Parkinfrastruktur außerhalb der Waldflächen entstehen.

Nach intensiver Abwägung aller medizinischen, wirtschaftlichen, infrastrukturellen und ökologischen Aspekte kamen die Mitglieder des Ortsverbandes zu dem Ergebnis, dass die Weiterentwicklung des bestehenden Krankenhausstandorts Lübbecke gegenüber dem derzeitigen Neubaukonzept die nachhaltigere Lösung darstellt. Ausschlaggebend sei letztlich die ökologische Verantwortung gewesen. Gerade vor dem Hintergrund von Klimaschutz- und Nachhaltigkeitszielen sehen die Lübbecker Grünen den Schutz von Flächen, Ressourcen und natürlichen Lebensräumen als wesentlichen Bestandteil zukünftiger Infrastrukturentscheidungen an.

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