KWM Würzburg startet wieder Perinatalzentrum Level 2
Erweiterte Versorgung für Frühgeborene ab der 29. Woche – Fokus auf Bindungsorientierung und „babyfreundliche“ Zertifizierung
Das Klinikum Würzburg Mitte (KWM) hat sein Versorgungsangebot für Früh- und Neugeborene erweitert und bietet ab sofort wieder Leistungen als Perinatalzentrum Level 2 an. Wie das Klinikum mitteilt, können Frühgeborene ab der 29. Schwangerschaftswoche sowie Risikoschwangere umfassend betreut werden. Grundlage sind angepasste Strukturen und personelle Veränderungen in der Geburtshilfe.
Mit der Wiederaufnahme des Status als Perinatalzentrum Level 2 baut das Klinikum Würzburg Mitte (KWM) seine Versorgungsstruktur im Bereich der Geburtshilfe und Neonatologie gezielt aus. Die Einrichtung reagiert damit sowohl auf steigende Anforderungen in der Versorgung von Früh- und Risikogeburten als auch auf strukturelle Veränderungen im Zuge der geplanten Krankenhausreform.
Im Mittelpunkt des erweiterten Angebots steht die Versorgung von Frühgeborenen ab der vollendeten 29. Schwangerschaftswoche beziehungsweise ab einem Geburtsgewicht von 1.250 Gramm. Die Behandlung erfolgt auf der Intensivstation der Missio Kinderklinik und orientiert sich an einem familienzentrierten Versorgungskonzept. Dieses sieht vor, Eltern von Beginn an aktiv in die Betreuung einzubinden und eine enge Bindung zwischen Eltern und Kind zu fördern.
Neben der neonatologischen Versorgung richtet sich das Angebot auch gezielt an Risikoschwangere. Dazu zählen unter anderem Patientinnen mit schweren schwangerschaftsassoziierten Erkrankungen oder insulinpflichtigem Diabetes. Durch die Bündelung geburtshilflicher und kinderärztlicher Kompetenzen soll eine durchgängige Versorgung auf hohem medizinischem Niveau gewährleistet werden.
Perinatalzentren sind spezialisierte Einrichtungen, die je nach Versorgungsstufe unterschiedliche Anforderungen erfüllen müssen. Während Level-1-Zentren insbesondere für extrem frühgeborene Kinder zuständig sind, übernehmen Level-2-Zentren die Versorgung moderat frühgeborener Kinder sowie bestimmter Risikokonstellationen. Die Einhaltung definierter Struktur- und Qualitätsvorgaben ist dabei Voraussetzung für die jeweilige Einstufung.
Nach Angaben des Klinikums wurden im Zuge der Neuausrichtung sowohl personelle als auch strukturelle Anpassungen vorgenommen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Neubesetzung der Chefarztposition in der Geburtshilfe. Gleichzeitig wurden organisatorische Voraussetzungen geschaffen, um den Anforderungen der Krankenhausreform gerecht zu werden und langfristig eine stabile Versorgungsstruktur sicherzustellen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten familienorientierten Behandlungskonzept. Dazu gehören Maßnahmen wie Bonding und Känguruing, bei denen der direkte Hautkontakt zwischen Eltern und Kind gefördert wird. Speziell ausgestattete Zimmer ermöglichen es zudem, dass Mutter und Kind auch während einer intensivmedizinischen Behandlung dauerhaft zusammenbleiben können.
Sowohl die Geburtshilfe als auch die Kinderklinik des KWM sind zudem als „babyfreundlich“ zertifiziert. Diese Auszeichnung, die auf eine Initiative von WHO und UNICEF zurückgeht, unterstreicht den Anspruch, neben der medizinischen Versorgung auch die frühkindliche Entwicklung und Eltern-Kind-Bindung gezielt zu fördern.





