Kreiskrankenhaus Wolgast verbessert wirtschaftliche Lage

Defizit deutlich reduziert – Investitionen in Notaufnahme und medizinische Versorgung

Das Kreiskrankenhaus Wolgast hat seinen wirtschaftlichen Stabilisierungskurs im Geschäftsjahr 2025 erfolgreich fortgesetzt. Der Jahresfehlbetrag konnte deutlich reduziert werden. Gleichzeitig baut das Krankenhaus sein medizinisches Angebot aus und investiert in die Zukunft des Standorts. Die positive Entwicklung wird jedoch von Sorgen über die finanziellen Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes überschattet.

Das Kreiskrankenhaus Wolgast, Tochterunternehmen der Universitätsmedizin Greifswald, konnte seinen Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2025 von rund 562.000 Euro im Vorjahr auf etwa 202.000 Euro senken. Damit fiel das Ergebnis besser aus als ursprünglich geplant. Auch das Umsatzergebnis entwickelte sich positiv und stieg um rund 6,6 Prozent von 33,4 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 35,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

„Das Kreiskrankenhaus Wolgast ist ein unverzichtbarer Gesundheitsstandort in einer touristisch stark frequentierten Region. Es ist in den vergangenen Jahren gelungen, das Haus wirtschaftlich weiter zu stabilisieren und gleichzeitig die medizinische Versorgung kontinuierlich auszubauen“, erklärte Toralf Giebe, Kaufmännischer Vorstand und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Greifswald sowie Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Wolgast. Die enge Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Greifswald stärke dabei insbesondere die wohnortnahe Versorgung in der Region.

Mehr stationäre Operationen und steigende medizinische Leistungen

Die positive Entwicklung zeigt sich auch bei den Leistungszahlen. Im Jahr 2025 behandelte das Kreiskrankenhaus Wolgast 6.225 Patientinnen und Patienten stationär sowie 11.507 ambulant. Besonders deutlich nahm die Zahl der stationären Operationen zu. Sie stieg von 2.033 auf 2.569 Eingriffe. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 6,52 Tagen.

Das Krankenhaus verfügt über 155 Betten und beschäftigt derzeit 262 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter zehn Auszubildende. Zu den wichtigen medizinischen Schwerpunkten zählt neben der Notfallmedizin und der Allgemeinchirurgie auch weiterhin die etablierte Altersmedizin. Angesichts der demografischen Entwicklung kommt der Geriatrie eine wachsende Bedeutung für die regionale Versorgung zu.

Die Kooperation mit der Universitätsmedizin Greifswald wurde in der Notfallmedizin und der Allgemeinchirurgie weiter intensiviert. Ziel ist es, die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Vorpommern-Greifswald wohnortnah abzusichern.

Millioneninvestitionen in die Zentrale Notaufnahme

Parallel zur wirtschaftlichen Stabilisierung investiert das Kreiskrankenhaus Wolgast in die Weiterentwicklung des Standorts. Derzeit entsteht ein rund 450 Quadratmeter großer Erweiterungsbau für die Zentrale Notaufnahme. Hintergrund sind mehr als 10.000 Notfälle pro Jahr in der Region, die aufgrund des hohen Tourismusaufkommens zusätzlichen saisonalen Belastungen ausgesetzt ist.

Darüber hinaus soll der Aufwachraum vergrößert werden. Auch ein neuer Aufzug an der Kinderarztpraxis ist vorgesehen. Die Fertigstellung der laufenden Baumaßnahmen ist für 2027 geplant.

Mit dem Umbau ehemaliger Laborräume zu einem modernen Endoskopiebereich wurden zudem die Voraussetzungen geschaffen, um die steigende Nachfrage nach endoskopischen Leistungen zu bewältigen. Gleichzeitig soll der Standort damit besser auf die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen vorbereitet werden.

Krankenhausleitung warnt vor finanziellen Belastungen

Geschäftsführer Carsten Köhler führt die positive wirtschaftliche Entwicklung insbesondere auf den Einsatz der Beschäftigten zurück. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sei es gelungen, den Jahresfehlbetrag deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die medizinische Leistungsfähigkeit weiterzuentwickeln.

Mit Blick auf die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen äußert die Krankenhausleitung jedoch weiterhin Sorgen. Das beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werde die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser zusätzlich erschweren. Nach Einschätzung der Geschäftsführung könnten steigende Personal- und Sachkosten künftig nur noch unzureichend refinanziert werden. Gleichzeitig nehme der bürokratische Aufwand weiter zu.

Damit werde es für viele Krankenhäuser schwieriger, wirtschaftlich zu arbeiten und notwendige Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren. Aus Sicht der Klinikleitung kommt es daher darauf an, leistungsfähige Krankenhausstandorte wie das Kreiskrankenhaus Wolgast nachhaltig zu stärken und eine verlässliche Finanzierung der notwendigen Versorgungsstrukturen sicherzustellen.

Die Entwicklung des Kreiskrankenhauses zeigt damit beispielhaft die aktuelle Situation vieler regionaler Kliniken: Einerseits können wirtschaftliche Stabilisierung, steigende Leistungszahlen und gezielte Investitionen positive Perspektiven schaffen. Andererseits setzen steigende Kosten und begrenzte Refinanzierungsmöglichkeiten die Krankenhäuser weiterhin unter erheblichen Druck.

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