Krankenhaus Weißwasser plant 13-Mio.-Euro-OP-Umbau
Drei neue Säle sollen ambulantes Operieren ausbauen – Landkreis sichert Klinik zugleich weiter finanziell ab
Das Kreiskrankenhaus Weißwasser plant eine umfassende Neuordnung seiner OP-Strukturen. Nach Informationen der Lausitzer Rundschau sollen für rund 13 Millionen Euro neue Bereiche für ambulante Operationen entstehen. Vorgesehen sind unter anderem drei OP-Säle für Eingriffe in der Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie und Frauenheilkunde sowie entsprechende Aufwach- und Funktionsbereiche.
Mit dem Vorhaben reagiert das kommunale Krankenhaus auf den Trend zur Ambulantisierung und will dafür die baulichen Voraussetzungen am Standort schaffen. Das Haus verfügt bislang über Fachabteilungen für Innere Medizin, Unfall- und Viszeralchirurgie, Frauenheilkunde sowie Anästhesie und Intensivmedizin und ist Teil des Gesundheitszentrums des Landkreises Görlitz. (1)
Ambulantes Operieren soll strukturell ausgebaut werden
Die Investition zielt insbesondere darauf, planbare Eingriffe stärker ambulant zu erbringen und hierfür getrennte, leistungsfähige Strukturen aufzubauen. Die geplanten drei OP-Säle sollen nach der Berichterstattung für ambulante Eingriffe verschiedener chirurgischer und gynäkologischer Fachrichtungen genutzt werden.
Dass ambulantes Operieren für das Haus eine wachsende Rolle spielt, passt zur medizinstrategischen Neuordnung der kommunalen Klinikstrukturen im Landkreis Görlitz. Bereits der Kreistag hatte 2023 für die Standorte Zittau, Ebersbach und Weißwasser eine Neuausrichtung mit stärkerer Differenzierung stationärer und ambulanter Angebote beschlossen. (2)
Krankenhaus bleibt auf Unterstützung des Landkreises angewiesen
Parallel zur Investitionsplanung bleibt die wirtschaftliche Situation des Krankenhauses angespannt. Der Landkreis Görlitz hatte Ende 2024 beschlossen, einen bestehenden Darlehensvertrag mit der Kreiskrankenhaus Weißwasser gGmbH und deren MVZ-Gesellschaft über bis zu 10 Millionen Euro bis Ende 2026 zu verlängern. (3)
Im Jahr 2025 bekräftigte der Landkreis zudem ausdrücklich, die kommunalen Krankenhausgesellschaften weiterführen zu wollen und unvermeidbare Liquiditätsbedarfe gegebenenfalls in Nachtrags- und Folgehaushalten zu berücksichtigen. Gleichzeitig stimmte der Kreistag der Bestellung von Erbbaurechten zu, um notwendige Investitionen an den Krankenhausstandorten Zittau, Ebersbach und Weißwasser besichern zu können. (4)
Damit steht der geplante OP-Umbau für zwei parallele Entwicklungen am Standort: Weißwasser soll medizinisch und baulich stärker auf ambulante Leistungen ausgerichtet werden, während die wirtschaftliche Stabilisierung weiterhin kommunale Unterstützung erfordert.




