Krankenhaus Penzberg soll Notaufnahme und Intensivstation verlieren

Starnberger Kliniken beantragen sektorenübergreifende Versorgung ab 2027 – stationäre Innere Medizin bleibt, Ambulanz soll täglich bis 20 Uhr öffnen

Das Krankenhaus Penzberg soll ab Januar 2027 als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung weitergeführt werden. Die Starnberger Kliniken haben dafür einen Antrag beim Freistaat Bayern auf den Weg gebracht. Mit der Neuausrichtung würden die 24-Stunden-Notaufnahme, die Intensivstation und die stationäre Chirurgie am Standort entfallen.

Das Haus soll rechtlich Krankenhaus und Bestandteil des bayerischen Krankenhausplans bleiben. Stationär vorgesehen ist weiterhin die Behandlung internistischer Patienten einschließlich einer altersmedizinischen Grundversorgung. Hinzukommen soll eine täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnete Ambulanz. Im bisherigen OP-Bereich ist ein ambulantes Operationszentrum geplant.

Schwere Notfälle sollen künftig direkt umliegende Krankenhäuser übernehmen. Am Penzberger Notarztdienst wollen sich die Starnberger Kliniken weiterhin beteiligen.

Rund 100 Beschäftigte von Veränderungen betroffen

Von den rund 250 Beschäftigten in Penzberg würde sich nach Angaben des Klinikverbunds für etwa 100 Mitarbeiter der Arbeitsplatz verändern. Beschäftigte, die nicht im neuen Versorgungsangebot eingesetzt werden können, sollen ein Angebot an einem anderen Standort der Starnberger Kliniken erhalten. Betriebsbedingte Kündigungen seien nach aktuellem Stand nicht geplant.

Über das Vorhaben soll der Aufsichtsrat am 8. Oktober entscheiden. Der Antrag an das Bayerische Gesundheitsministerium musste wegen der vorgesehenen Umstellung zum Januar 2027 bereits bis Ende September eingereicht werden.

Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen wurden mit der Krankenhausreform eingeführt. Sie sollen stationäre Grundversorgung mit ambulanten ärztlichen und pflegerischen Leistungen verbinden und ihr Angebot am regionalen Versorgungsbedarf ausrichten.