Krankenhaus Luckau beendet Langzeitbeatmung und Weaning ab 2027

Intensivmedizin wird neu ausgerichtet – IMC wächst von vier auf sieben Plätze, Rettungsstelle und internistische Akutversorgung bleiben bestehen

Das Evangelische Krankenhaus Luckau verändert zum 1. Januar 2027 seine intensivmedizinische Versorgung. Längerfristige invasive Beatmungen und die Entwöhnung von der Beatmung werden am Standort künftig nicht mehr durchgeführt. Gleichzeitig erweitert das Krankenhaus seine Intermediate-Care-Kapazität von vier auf sieben Plätze. Die Rettungsstelle sowie die internistische Versorgung bleiben bestehen.

Das Krankenhaus begründet die Neuausrichtung mit den Strukturveränderungen im Zuge der Krankenhausreform. Insbesondere komplexe Behandlungen sollen nach Darstellung des Hauses zunehmend an spezialisierten beziehungsweise maximalversorgenden Standorten konzentriert werden. Hinzu komme die Verlagerung weiterer medizinischer Leistungen in den ambulanten Bereich.

Mit der Umstrukturierung ist nach Angaben des Krankenhauses kein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden.

Akutbeatmung weiterhin möglich

Die Aufgabe der längerfristigen Beatmungsversorgung bedeutet nicht, dass in Luckau künftig keine intensivmedizinische Stabilisierung mehr möglich ist. Verschlechtert sich der Zustand eines Patienten akut, sollen weiterhin die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden können. Dazu gehört bei Bedarf auch der Beginn einer invasiven Beatmung.

Ist anschließend eine weiterführende intensivmedizinische Behandlung notwendig, wird der Patient stabilisiert und in ein entsprechend ausgestattetes Krankenhaus verlegt.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt am Standort von der längerfristigen intensivmedizinischen Behandlung hin zur Akutstabilisierung und Überwachungsmedizin.

IMC-Kapazität steigt um 75 Prozent

Eine größere Rolle übernimmt künftig die Intermediate Care (IMC). Die Zahl der Plätze steigt zum Jahreswechsel von vier auf sieben und damit um 75 Prozent.

Die IMC ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung unter anderem von Herzrhythmus, Blutdruck und Sauerstoffsättigung und bildet damit die Versorgungsstufe zwischen Normal- und Intensivstation. Sie soll beispielsweise für Patienten nach operativen Eingriffen oder für stationär aufgenommene Patienten genutzt werden, die eine engmaschigere Überwachung benötigen.

Auch die Rettungsstelle bleibt für Untersuchung, Diagnostik und Erstversorgung von Notfallpatienten geöffnet. Benötigen Patienten Leistungen, die in Luckau nicht mehr oder grundsätzlich nicht angeboten werden, ist die Weiterverlegung an spezialisierte Krankenhäuser vorgesehen.