Klinikum Idar-Oberstein sucht neuen Mehrheitsgesellschafter
SHG will 50,05 Prozent abgeben – Kommunen starten Auswahlverfahren für neuen Krankenhausträger
Das Klinikum Idar-Oberstein startet offiziell die Suche nach einem neuen Mehrheitsgesellschafter. Ein etablierter Krankenhausträger soll die bislang von der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) gehaltenen 50,05 Prozent übernehmen. Die kommunalen Gesellschafter wollen am Klinikum beteiligt bleiben; Klinikbetrieb, Arbeitsverträge und Tarifrechte sollen von dem geplanten Eigentümerwechsel unberührt bleiben.
Die Partnersuche wurde am 19. August 2026 im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung offiziell eingeleitet. Gesucht wird ein Krankenhausträger, der gemeinsam mit den kommunalen Gesellschaftern Verantwortung für die weitere Entwicklung des Klinikums übernimmt.
Hintergrund des geplanten Gesellschafterwechsels sind nach Angaben des Klinikums kommunalaufsichtliche Rahmenbedingungen. Die SHG könne die für das Großbauprojekt am Klinikum erforderlichen langfristigen finanziellen Sicherheitsleistungen nicht im geforderten Umfang mittragen. Die Beteiligung soll deshalb in einem geordneten Verfahren an einen neuen Partner übertragen werden.
Ergänzungsneubau spielt zentrale Rolle bei Partnersuche
Eine wesentliche Voraussetzung für die Neuordnung wurde bereits im vergangenen Jahr geschaffen. Im November gelang es den kommunalen Gesellschaftern, ein Bürgschaftspaket zur Absicherung der Gesamtfinanzierung des geplanten Ergänzungsneubaus aufzustellen.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines potenziellen Partners und die Sicherung dieses Bauprojekts gehören zu den zentralen Kriterien des Auswahlverfahrens. Darüber hinaus erwarten die Kommunen nach eigenen Angaben ein modernes Führungsverständnis, verlässliche Strukturen und eine wertschätzende Personalentwicklung.
Der laufende Klinikbetrieb soll von der Suche nicht betroffen sein. Nach Angaben der Gesellschafter bleibt die medizinische Schwerpunktversorgung ohne Einschränkungen bestehen. Auch für die Beschäftigten soll der Anteilswechsel keine Veränderungen bei bestehenden Arbeitsverträgen, Arbeitsbedingungen oder Tarifrechten mit sich bringen.
Ärztlicher Direktor Dr. Ulrich Frey verbindet mit dem Trägerwechsel darüber hinaus die Erwartung neuer Impulse für die medizinische Leistungsentwicklung.
Kommunaler Einfluss soll erhalten bleiben
Neben der SHG sind der Landkreis Birkenfeld, die Stadt Idar-Oberstein sowie die Stadt und Verbandsgemeinde Baumholder am Klinikum beteiligt. Diese kommunalen Gesellschafter wollen ihre Beteiligungen beibehalten und die strategische Entwicklung des Krankenhauses weiterhin mitgestalten.
Damit soll trotz des geplanten Wechsels des Mehrheitsgesellschafters der kommunale Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung des Klinikums gesichert werden.
Die Partnersuche wird von externen Krankenhausexperten begleitet. Mit der Steuerung des Verfahrens wurde die Dornbach Health Care GmbH aus Mainz beauftragt. Federführend begleitet Rechtsanwältin Carola Hollnack den Prozess.
Zusätzlich ist Diplom-Kaufmann Jörg Mehr seit Dezember 2025 als Handlungsbevollmächtigter der kommunalen Gesellschafter für Strategie und Unternehmensentwicklung in der Geschäftsleitung tätig. Neben der Partnersuche begleitet er insbesondere den Ergänzungsneubau und die Weiterentwicklung der Klinikorganisation.
Die weiteren Schritte sollen zwischen den kommunalen Partnern abgestimmt und in den zuständigen politischen und gesellschaftsrechtlichen Gremien beraten werden.




