Klinikum Bremen-Mitte: Gehäuftes Auftreten von Serratia marcescens auf Neonatologie

Level-1-Zentrum ergreift umfassende Schutzmaßnahmen nach Infektionsfall – Ein verstorbenes Frühgeborenes gemeldet

Auf der neonatologischen Intensivstation im Eltern-Kind-Zentrum des Klinikums Bremen-Mitte wurde in den vergangenen zwei Wochen ein gehäuftes Auftreten des Erregers Serratia marcescens festgestellt. Wie der Klinikverbund Gesundheit Nord gGmbH (GeNo) offiziell mitteilt, wurde das Bakterium bei insgesamt drei Patienten im Rahmen engmaschiger Routine-Screenings nachgewiesen.

Ein extrem kleines Frühgeborenes mit einem Geburtsgewicht von lediglich 500 Gramm verstarb am vergangenen Wochenende an den Folgen einer durch diesen Erreger verursachten Infektion. Ein zweites Frühgeborenes weist ebenfalls eine Infektion auf, befindet sich jedoch unter gezielter antibiotischer Therapie in einem stabilen Zustand. Bei einem dritten Kind wurde eine Besiedlung ohne klinische Anzeichen einer Infektion festgestellt.

Das Klinikum stellt klar, dass Serratia marcescens nicht multiresistent ist und auf gängige Antibiotika gut anspricht. Während der Keim für ältere Kinder und Erwachsene in der Regel keine Gefahr darstellt, ist er für die hochvulnerablen Patienten einer Frühgeborenen-Intensivstation ein ernstzunehmendes Risiko. Ein gehäuftes Auftreten dieses Erregers sei in Krankenhäusern grundsätzlich nicht ungewöhnlich, erfordere jedoch sofortige Intervention.

In enger Abstimmung mit dem Hygiene-Institut und dem örtlichen Gesundheitsamt wurden umgehend weitreichende Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehört die strikte räumliche Isolation der betroffenen Kinder vom übrigen Patientenstamm. Parallel dazu wurden zusätzliche Umgebungsuntersuchungen sowie verstärkte Hygieneschulungen für Personal und Eltern durchgeführt. Erste Umgebungsuntersuchungen auf der Station lieferten bisher keine Nachweise des Erregers außerhalb der Patienten. Auch die Tests aller weiteren Kinder auf der Station blieben bislang ohne Befund.

Das betroffene Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess am Klinikum Bremen-Mitte fungiert als Level-1-Zentrum und verfügt über 12 Plätze für die Versorgung schwerstkranker Frühgeborener. Die Klinikleitung betont, dass die normale Geburtshilfe von der aktuellen Situation nicht betroffen ist. Um zu klären, ob zwischen den drei Fällen ein direkter epidemiologischer Zusammenhang besteht, werden derzeit spezialisierte Analysen und Typisierungen des Erregers durchgeführt.

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