Gesundheitscampus Wesel zieht positive Bilanz für 2025
Wachstum, Modernisierung und strategische Weichenstellungen stärken die regionale Versorgung
Der Gesundheitscampus Wesel blickt auf ein intensives und richtungsweisendes Jahr 2025 zurück. Trotz der weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheitswesen konnte die Institution an der Schermbecker Landstraße ihre Versorgungsqualität ausbauen, medizinische Schwerpunkte festigen und wichtige Zukunftsprojekte vorantreiben. Wie Geschäftsführer Heino ten Brink beim Rückblick betont, stand das Jahr im Zeichen der Stabilisierung und strategischen Vorbereitung: „2025 war ein Jahr der Stabilisierung mit deutlichem Fokus auf die Zukunft. Wir haben viel erreicht und gleichzeitig die Grundlagen gelegt, um verlässlich und leistungsfähig in die nächsten Jahre zu gehen.“
Steigende Patientenzahlen und bestätigter Versorgungsauftrag
Die Nachfrage nach medizinischen Leistungen entwickelte sich erneut positiv. Im Evangelischen Krankenhaus Wesel wurden mehr als 15.000 Patientinnen und Patienten stationär sowie nahezu 31.000 ambulant behandelt – ein Zuwachs von rund zehn Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht nach Einschätzung der Geschäftsführung den politisch gewollten Trend der Ambulantisierung. Gleichzeitig brachte der neue Landeskrankenhausplan Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 eine Neuordnung der Versorgungsstrukturen, von der das EVK Wesel deutlich profitierte. In mehreren zentralen Leistungsbereichen wurden dem Standort relevante Versorgungskapazitäten zugewiesen, die das Haus gezielt für die zukünftige Ausrichtung nutzte.
Ein besonderer Schwerpunkt bleibt die Neurologie: Die Klinik für Neurologie, Neurogeriatrie und neurologische Frührehabilitation mit der einzigen Stroke Unit im rechtsrheinischen Kreis Wesel ist seit Jahren regional etabliert. Der Landeskrankenhausplan sieht hier einen weiteren Ausbau vor. Ergänzt wird das medizinische Profil durch das zertifizierte Onkologische Kompetenzzentrum Niederrhein sowie durch etablierte chirurgische Zentren, darunter das seit fast zwei Jahrzehnten zertifizierte Darmzentrum, das neu gegründete Bauchkompetenzzentrum Niederrhein und das Schilddrüsenzentrum. Auch die Wirbelsäulenchirurgie wurde durch ein neurochirurgisches Angebot weiterentwickelt und verzeichnet eine steigende Nachfrage. Kooperationen mit anderen Krankenhäusern runden das Leistungsspektrum seit 2025 sinnvoll ab. „Der Landeskrankenhausplan bestätigt unseren Kurs und gibt uns die Möglichkeit, die medizinische Versorgung in der Region langfristig und verlässlich weiterzuentwickeln“, so ten Brink.
Wirtschaftlich stabil trotz struktureller Umbrüche
Trotz zunehmender Ambulantisierung und der Auswirkungen der Krankenhausplanung schloss der Gesundheitscampus Wesel das Jahr 2025 erneut mit einem soliden Jahresüberschuss ab. Diese wirtschaftliche Stabilität gilt als wesentliche Voraussetzung für Investitionen aus Eigenmitteln. „Diese wirtschaftliche Grundlage brauchen wir dringend, um Investitionen und Sanierungen mitzufinanzieren – denn die staatlichen Fördermittel reichen dafür nach wie vor nicht aus“, betont der Geschäftsführer.
Pflege, Palliativversorgung und sektorübergreifende Angebote
Ein weiterer Schwerpunkt lag 2025 auf der Weiterentwicklung pflegerischer Strukturen. In der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (e.Vita SAPV) wurde insbesondere der ärztliche Bereich verstärkt, um schwerstkranke Menschen weiterhin verlässlich im häuslichen Umfeld begleiten zu können. Mit der Übernahme der ambulanten Pflege der AWO zum 1. Oktober 2025 baute der Campus zudem seine sektorübergreifenden Pflegeangebote aus. Mitarbeitende, Fahrzeuge sowie rund 300 betreute Menschen wurden nahtlos in den Campusverbund integriert; auch die Tagespflege im Haus Aaper Busch blieb ohne Unterbrechung bestehen.
Für die kommenden Jahre sind weitere Projekte geplant, darunter „Wohnen und Leben am Dom“ – ein Ensemble aus ambulanter Wohngruppe, Servicewohnungen und Büroflächen für die Diakoniestation Niederrhein. Der Baustart ist ab 2027 vorgesehen, vorbehaltlich der aufsichtsrechtlichen Genehmigungen.
Investitionen in Bau, Technik und Digitalisierung
Auch baulich war 2025 ein sichtbares Fortschrittsjahr. Die energetische Sanierung des Krankenhausgebäudes schritt voran, neue Dämmung und Fenster wurden installiert. Mit der Inbetriebnahme der neuen Station 4a entstand ein modernes Genesungs- und Arbeitsumfeld. Weitere Maßnahmen umfassten den Start der Sanierung des Mitarbeiterwohnhauses, die Überdachung der Elektivanfahrt sowie Renovierungsarbeiten im Christophorus-Haus Hamminkeln.
Parallel dazu trieb der Campus die Digitalisierung konsequent voran. Der Medikationsprozess wurde vollständig digitalisiert und mit einem Close-Loop-Verfahren die Patientensicherheit weiter erhöht. Investitionen in IT-Sicherheit, neue Scanprozesse, Spracherkennungssysteme und mobile Arbeitsplätze erleichtern den klinischen Alltag. Für 2026 sind unter anderem die vollständige Einführung eines Patientenportals mit digitaler Terminvergabe sowie die Digitalisierung der Anästhesie mittels PDMS vorgesehen. Insgesamt plant der Gesundheitscampus Wesel Investitionen von rund 5,4 Millionen Euro in Bau, Sanierung und Digitalisierung.
Ausblick
Mit den im Jahr 2025 angestoßenen Maßnahmen stärkt der Gesundheitscampus Wesel seine Rolle als zentraler Versorger in der Region – stationär, ambulant und sektorenübergreifend. Geschäftsführer Heino ten Brink bringt den Anspruch des Hauses auf den Punkt: „Uns ist bewusst, dass die kommenden Jahre viel Veränderung mit sich bringen. Umso wichtiger ist es, dass wir heute aktiv gestalten – mit klarem Kurs, starken Teams und dem Anspruch, allen Menschen in der Region eine verlässliche und hochwertige Versorgung zu bieten.“






