Gespräche über gemeinsames Perinatalzentrum in Siegen ausgesetzt

DRK-Kinderklinik lässt Verhandlungen über Neubau am Jung-Stilling vorerst ruhen – Diakonie hält an Wand-an-Wand-Lösung fest

Die geplante Zusammenführung von DRK-Kinderklinik und Geburtshilfe am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen ist ins Stocken geraten. Die DRK-Kinderklinik hat die Gespräche über ihren Neubau und das gemeinsame Perinatalzentrum vorerst ruhen lassen, nachdem bislang keine für beide Seiten tragfähige vertragliche Grundlage gefunden wurde. Die Diakonie bedauert die Entscheidung und erklärt sich ausdrücklich zu weiteren Gesprächen bereit.

Das gemeinsame Projekt geht auf die Krankenhausplanung Nordrhein-Westfalens zurück. DRK-Kinderklinik und Diakonie Klinikum hatten 2024 einen Antrag erarbeitet, die Kinderklinik vom Wellersberg in einen Neubau unmittelbar am Jung-Stilling zu verlagern. Kreißsaal und Frühgeborenen-Intensivstation sollen dabei als sogenannte Wand-an-Wand-Lösung räumlich zusammengeführt werden. Nach Angaben der DRK-Kinderklinik hatte das Land Nordrhein-Westfalen 2025 Fördermittel für das Vorhaben in Aussicht gestellt.

Keine Einigung über Kooperation und Neubau

Nach Darstellung der DRK-Kinderklinik bestanden trotz längerer Verhandlungen weiterhin erhebliche Unterschiede bei den Interessen der beiden Träger. Gesprächsthemen waren insbesondere die bauliche Planung, die künftige Zusammenarbeit und die Ausgestaltung des Kooperationsvertrags. Da bislang keine gemeinsame vertragliche Grundlage gefunden worden sei, wolle die Kinderklinik die Situation zunächst neu bewerten.

Eine endgültige Abkehr vom Projekt ist damit nicht verbunden. Die DRK-Kinderklinik bezeichnet die Idee eines modernen gemeinsamen Perinatalzentrums weiterhin als medizinisch und strategisch sinnvoll und stellt eine Fortsetzung der Gespräche in Aussicht, sofern sich eine tragfähige Lösung abzeichnet.

Diakonie will an Zusammenführung festhalten

Das Diakonie Klinikum reagierte einen Tag später mit einer eigenen Stellungnahme. Der Träger hält den Neubau der Kinderklinik unmittelbar am Jung-Stilling weiterhin für sinnvoll und erklärt sich zu weiteren Verhandlungen bereit.

Die Diakonie verweist darauf, im Zuge der Krankenhausplanung auf die Zuweisung des Perinatalzentrums zugunsten der DRK-Kinderklinik verzichtet zu haben. Nach den neuen Feststellungsbescheiden sollen beide Träger ein Konzept zur Zusammenführung der bisherigen Standorte unter Beachtung der Wand-an-Wand-Lösung entwickeln.

Die medizinische Kooperation besteht bereits seit Jahrzehnten: Die DRK-Kinderklinik betreibt ihre neonatologische Intensivstation am Jung-Stilling unmittelbar neben der Geburtshilfe. Das gemeinsame Perinatalzentrum verfügt über die höchste Versorgungsstufe Level 1.

Damit bleibt derzeit offen, ob und unter welchen Bedingungen der geplante Neubau und die dauerhafte räumliche Zusammenführung umgesetzt werden können.