Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein erreicht wieder schwarze Null
Maximalversorger stabilisiert Ergebnis nach Millionenverlusten und plant weitere Großprojekte
Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GK-Mittelrhein) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem ausgeglichenen Ergebnis abgeschlossen. Nach millionenschweren Verlusten in den Vorjahren erreicht der Klinikverbund damit erstmals wieder eine „schwarze Null“. Für 2026 erwartet die Geschäftsführung trotz gesundheitspolitischer Risiken erneut ein positives Ergebnis.
Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein hat seine wirtschaftliche Lage im Geschäftsjahr 2025 deutlich stabilisiert. Nach hohen Verlusten in den vergangenen Jahren konnte der Maximalversorger nach eigenen Angaben erstmals wieder ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielen.
Geschäftsführer Christian Straub wertet die Entwicklung als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. Das Ergebnis zeige, dass sich wirtschaftliche Stabilität und medizinische Leistungsfähigkeit miteinander verbinden ließen. Zugleich führt die Geschäftsführung den Turnaround auf den Einsatz der Beschäftigten und die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen zurück.
Das GK-Mittelrhein zählt mit rund 4.300 Beschäftigten zu den großen Gesundheitsversorgern im nördlichen Rheinland-Pfalz. 2025 wurden rund 52.000 Patienten stationär und 115.000 ambulant behandelt. In den Geburtskliniken im Kemperhof und im St. Elisabeth kamen 2.072 Kinder zur Welt. Allein die beiden Koblenzer Notaufnahmen versorgten rund 60.000 Patienten. Die Tochtergesellschaft Rehafit erbrachte zusätzlich rund 150.000 ambulante Behandlungen an fünf Standorten und versorgte mehr als 1.000 Patienten in der ambulanten Rehabilitation.
Neben der wirtschaftlichen Stabilisierung hat das GK-Mittelrhein 2025 mehrere strategische Projekte vorangetrieben. Dazu zählen insbesondere Digitalisierungsmaßnahmen. Nach Angaben des Klinikverbunds erreichten die Standorte beim bundesweiten „DigitalRadar Krankenhaus“ überdurchschnittlich gute Ergebnisse.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Personalentwicklung. Das Bildungs- und Forschungsinstitut des Verbunds bietet rund 1.000 Ausbildungsplätze in acht Ausbildungsberufen und sechs Studien- beziehungsweise dualen Studiengängen. Hinzu kommen mehr als 1.500 Fortbildungsangebote, davon über 800 als E-Learning. Zuletzt wurde zudem ein neues Simulationszentrum aufgebaut.
Nach Unternehmensangaben konnten 2025 außerdem wichtige Schlüsselpositionen in der Geschäftsführung, im ärztlichen Dienst sowie in zentralen medizinischen und pflegerischen Bereichen neu besetzt werden. Auch die Qualitätsstrukturen wurden weiterentwickelt. Zwei Bereiche erhielten eine Erstzertifizierung, vier wurden rezertifiziert und sechs Überwachungsaudits erfolgreich abgeschlossen.
Parallel arbeitet das Gemeinschaftsklinikum an der strategischen Weiterentwicklung seiner Standorte. Geschäftsführerin Alexandra Kiauk verweist auf Zukunftskonzepte für die Kliniken in Boppard und Nastätten, die gemeinsam mit den Teams vor Ort entwickelt wurden und sich bereits in der Umsetzung befinden. Darüber hinaus wurde ein multiprofessionelles Advisory Board eingerichtet, das die Geschäftsführung bei strategischen Fragestellungen beraten soll.
Für 2026 zeigt sich die Klinikleitung trotz der Risiken durch die aktuelle Gesetzgebung zuversichtlich. Das GK-Mittelrhein erwartet erneut ein positives Jahresergebnis. Damit soll zugleich die wirtschaftliche Grundlage für die anstehenden großen Bauprojekte in Koblenz und Mayen gesichert werden.




