Geburtshilfe im Hümmling Hospital Sögel wird Ende März geschlossen

Niedrige Geburtenzahlen und Strukturvorgaben der Krankenhausreform führen zur Aufgabe der Geburtsstation

Die Geburtsstation des Hümmling Hospitals in Sögel im Landkreis Emsland wird Ende März 2026 geschlossen. Das teilte die St. Bonifatius Hospitalgesellschaft als Träger der Klinik mit, berichtet der NDR. Als Gründe nennt die Krankenhausgesellschaft unter anderem die niedrigen Geburtenzahlen sowie strukturelle Anforderungen der Krankenhausreform.

Nach Angaben des Trägers, wie der NDR berichtet, wurden im vergangenen Jahr am Standort lediglich 228 Geburten registriert. Zudem verfügt das Hümmling Hospital über keine angeschlossene kinderärztliche Station. Die aktuellen Reformpläne für die Krankenhausversorgung sehen vor, dass Geburtshilfen künftig an eine Kinderklinik angebunden sein sollen, um eine umfassende Versorgung von Mutter und Neugeborenem sicherzustellen.

Die mögliche Schließung der Geburtsstation war bereits seit längerer Zeit Thema in der regionalen Krankenhausplanung. Die endgültige Entscheidung und der kurzfristige Zeitplan sorgten jedoch bei den Beschäftigten für Überraschung. Wie der NDR Niedersachsen berichtet, wurden die Mitarbeitenden Anfang März über die Entwicklung informiert. Nach Angaben der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft sollen die betroffenen Beschäftigten jedoch im Verbund weiterbeschäftigt werden. Angeboten würden sowohl alternative Tätigkeiten am Standort Sögel als auch Stellen in anderen Einrichtungen der Trägergesellschaft.

Für Patientinnen, die derzeit eine Geburt in Sögel geplant hatten, soll es Beratungsangebote und Unterstützung bei der Organisation einer Entbindung in anderen Kliniken geben. Die Frauenarztpraxis am Krankenhausstandort bleibt nach Angaben des Trägers bestehen.

Parallel zur Schließung der Geburtshilfe plant die Krankenhausgesellschaft eine strukturelle Neuausrichtung des Standorts. Im Hümmling Hospital sollen insbesondere die Fachbereiche Orthopädie und Altersmedizin ausgebaut werden. Ein entsprechender Antrag wurde nach Angaben der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft bereits gestellt. Vorgesehen ist unter anderem eine Erweiterung der geriatrischen Abteilung um zehn zusätzliche Betten. Auch die Orthopädie soll mit acht weiteren Betten ausgebaut werden. Ergänzend plant die Klinik die Verstärkung der ärztlichen Teams durch zusätzliche Fachärztinnen und Fachärzte.

Die Entscheidung verdeutlicht den strukturellen Wandel in der Krankenhausversorgung, der insbesondere kleinere Geburtshilfestandorte vor Herausforderungen stellt. Niedrige Fallzahlen, steigende Qualitätsanforderungen sowie neue Strukturvorgaben der Krankenhausreform führen zunehmend zu Konzentrationsprozessen in der Geburtshilfeversorgung.

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