EUREGIO-KLINIK baut eigene Neuroradiologie für Schlaganfälle auf
Thrombektomien sollen ab Frühjahr 2027 in Nordhorn möglich sein – 4,5 Millionen Euro Investition, Landkreis übernimmt 2,3 Millionen Euro
Die EUREGIO-KLINIK erweitert ihre Schlaganfallversorgung um eine eigene Neuroradiologie. Ab Ende des ersten Quartals 2027 sollen in Nordhorn erstmals Thrombektomien bei Verschlüssen großer Hirngefäße durchgeführt werden. Bislang müssen betroffene Schlaganfallpatienten dafür in spezialisierte Zentren außerhalb der Grafschaft Bentheim verlegt werden.
Insgesamt investiert die Klinik rund 4,5 Millionen Euro in den Aufbau der neuen Sektion. Der Landkreis Grafschaft Bentheim stellt dafür 2,3 Millionen Euro bereit. Den verbleibenden Betrag will die EUREGIO-KLINIK aus Eigenmitteln finanzieren; zusätzlich wurde eine Förderung durch das Land Niedersachsen beantragt.
Thrombektomie künftig direkt nach der CT-Diagnostik
Bislang kann die EUREGIO-KLINIK Schlaganfallpatienten diagnostizieren und unter anderem mittels Lysetherapie behandeln. Bei größeren Gefäßverschlüssen ist jedoch eine Verlegung beispielsweise nach Meppen, Ibbenbüren oder Münster erforderlich.
Mit der neuen Neuroradiologie sollen Diagnostik und interventionelle Behandlung künftig an einem Standort erfolgen. Herzstück wird ein neuer Eingriffsraum mit Angiografie-Anlage in unmittelbarer Nähe zu Notaufnahme und Computertomografie. Nach einer Thrombektomie können die Patienten direkt auf der bereits bestehenden zertifizierten Stroke Unit weiterbehandelt werden.
Nach Angaben der Klinik kommt derzeit durchschnittlich mindestens ein Patient pro Woche für eine Thrombektomie infrage.
Die Leitung der neuen Sektion übernimmt der Radiologe und Neuroradiologe Mouhammed Korkin Omar. Die Neuroradiologie wird innerhalb der von Chefarzt Michael Püsken geleiteten Klinik für Radiologie aufgebaut.




