DKG-Vizepräsidentin Neumeyer übernimmt Präsidentschaft der europäischen Krankenhausgesellschaft HOPE
Europäische Krankenhausorganisation setzt auf deutsche Führung für die kommenden drei Jahre

Henriette Neumeyer übernimmt Präsidentschaft der Europäischen Krankenhausgesellschaft
Foto: Georg Lopata / DKG
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Henriette Neumeyer, ist zur Präsidentin der europäischen Krankenhausgesellschaft HOPE – European Hospital and Healthcare Federation gewählt worden. Die Wahl erfolgte einstimmig im Rahmen einer Vorstandssitzung in Lissabon. Neumeyer übernimmt das Amt für eine Amtszeit von drei Jahren und folgt auf den bisherigen Präsidenten Eamonn Fitzgerald.
Die neue HOPE-Präsidentin war seit Juni 2025 bereits Vizepräsidentin des europäischen Krankenhausverbands. Mit ihrer Wahl an die Spitze der Organisation übernimmt sie künftig eine zentrale Rolle in der Interessenvertretung der Krankenhäuser auf europäischer Ebene.
Die HOPE – European Hospital and Healthcare Federation vertritt Krankenhausorganisationen aus allen EU-Mitgliedstaaten sowie weiteren europäischen Ländern wie dem Vereinigten Königreich, der Schweiz und Serbien. Ziel des Verbands ist es, gemeinsame Positionen der Krankenhauslandschaft in Europa gegenüber europäischen Institutionen zu bündeln und weiterzuentwickeln.
Henriette Neumeyer betonte nach ihrer Wahl die Bedeutung der Krankenhäuser als zentrale Säulen der öffentlichen Daseinsvorsorge. In wirtschaftlich und sicherheitspolitisch herausfordernden Zeiten seien Krankenhäuser nicht nur Versorgungseinrichtungen, sondern auch Stabilitätsanker für Gesellschaft und Staatlichkeit.
Im Fokus ihrer künftigen Amtszeit stehen insbesondere die Themen europäische Krankenhausfinanzierung, Resilienz der Gesundheitsinfrastruktur sowie die Einbindung der Krankenhäuser in den mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034. Neumeyer mahnte an, die Rolle der Krankenhäuser in europäischen Förder- und Investitionsprogrammen stärker zu berücksichtigen, vorallem im Hinblick auf Krisenvorsorge und Versorgungssicherheit.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Fachkräftesicherung im europäischen Gesundheitswesen. Hier sieht die neue HOPE-Präsidentin Handlungsbedarf bei Arbeitsbedingungen, Ausbildungskapazitäten sowie bei der Anerkennung internationaler Berufsabschlüsse. Ergänzend betonte sie die Bedeutung koordinierter europäischer Partnerschaften im Krankenhaussektor.
Auch die Digitalisierung zählt zu den strategischen Schwerpunkten der neuen Amtszeit. Der europäische Gesundheitsdatenraum könne nach Einschätzung von Henriette Neumeyer die Grundlage für eine verbesserte Patientenversorgung, effizientere klinische Prozesse und eine stärkere Forschungsintegration bilden. Gleichzeitig müssten Krankenhäuser als zentrale Datenproduzenten in Europa stärker in digitale Standards und Infrastrukturen eingebunden werden.
Für die deutsche Krankenhauslandschaft ist die Wahl ein sichtbares Signal der europäischen Vernetzung und Einflussnahme in gesundheitspolitischen Entscheidungsprozessen. Die Position an der Spitze von HOPE ermöglicht es der deutschen Krankenhausvertretung, zentrale europäische Reform- und Finanzierungsdebatten aktiv mitzugestalten.




