Charité und Evangelische Lungenklinik gründen Lungenzentrum

Deutsches Lungenzentrum Charité-ELK bündelt ab September hochspezialisierte Pneumologie und Thoraxchirurgie in Berlin

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Evangelische Lungenklinik gründen zum 1. September 2026 das Deutsche Lungenzentrum Charité-ELK (DLZC-ELK). Der standortübergreifende Verbund soll insbesondere die Versorgung von Menschen mit schweren, seltenen und komplexen Lungenerkrankungen verbessern und universitäre Spitzenmedizin mit hochspezialisierter pneumologischer und thoraxchirurgischer Versorgung verbinden.

Prof. Kroemer und Cathleen Biesen bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags.
Foto: Johannesstift Diakonie

Mit dem neuen Deutschen Lungenzentrum Charité-ELK bündeln die beiden Berliner Einrichtungen ihre Kompetenzen in Diagnostik, Therapie, Forschung und Lehre. Ziel ist eine stärker koordinierte Versorgung, bei der Patienten mit komplexen Lungenerkrankungen frühzeitiger und präziser diagnostiziert und nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden können.

Der Verbund verbindet dafür die Forschungsinfrastruktur und klinische Expertise der Charité mit der spezialisierten pneumologischen und thoraxchirurgischen Versorgung der Evangelischen Lungenklinik.

Gemeinsame Behandlungspfade über mehrere Standorte

Das medizinische Spektrum des Deutschen Lungenzentrums reicht von der thorakalen Onkologie und Palliativmedizin über die Thoraxchirurgie bis zur pneumologischen Intensiv- und Beatmungsmedizin. Hinzu kommen Beatmungsentwöhnung, Frührehabilitation und Schlafmedizin.

Für die Versorgung sollen standortübergreifend standardisierte Behandlungspfade etabliert werden. Vorgesehen sind zudem gemeinsame multidisziplinäre Fallkonferenzen und abgestimmte Prozesse zwischen den beteiligten Einrichtungen.

Damit sollen Patienten unabhängig vom jeweiligen Standort möglichst nahtlos durch Diagnostik und Behandlung geführt werden.

Die Evangelische Lungenklinik bringt dabei ihre Erfahrung als spezialisiertes und nach Angaben der Partner erstes in Berlin anerkanntes G-BA-Lungenzentrum ein. Die Charité ergänzt den Verbund durch ihre universitäre Forschungsinfrastruktur sowie ihre klinische und wissenschaftliche Expertise.

Forschung und Versorgung stärker miteinander verknüpft

Neben der Patientenversorgung soll das Deutsche Lungenzentrum Charité-ELK auch die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre intensivieren. Geplant sind gemeinsame wissenschaftliche Studien, die Entwicklung innovativer Therapieansätze sowie standortübergreifende Aus- und Weiterbildungskonzepte.

Die organisatorische Eigenständigkeit von Charité und Evangelischer Lungenklinik bleibt bestehen. Gesteuert wird der neue Verbund über ein gemeinsames Management.

Die Partner sehen das Zentrum zugleich als Beitrag zur Weiterentwicklung der Krankenhausversorgung in Berlin und Brandenburg. Durch die Bündelung spezialisierter Kompetenzen sollen insbesondere komplexe Behandlungsfälle stärker in abgestimmten Versorgungsstrukturen betreut werden.

Kroemer: Individuellere und schnellere Behandlung

„Mit dem Deutschen Lungenzentrum Charité-ELK bündeln wir universitäre Spitzenmedizin und spezialisierte Versorgung auf höchstem Niveau“, erklärt Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité.

Für die Patienten bedeute die Kooperation eine individuellere, schnellere und wissenschaftlich fundierte Behandlung – vornehmlich bei seltenen und komplexen Erkrankungen.

Cathleen Biesen, Geschäftsführerin der Evangelischen Lungenklinik, sieht in der Kooperation ebenfalls einen wesentlichen strukturellen Schritt. Mit dem Verbund entstünden deutlich besser koordinierte und hochspezialisierte Versorgungsstrukturen.

Mit dem Start zum 1. September 2026 entsteht damit in Berlin ein neuer standortübergreifender Verbund, der spezialisierte Krankenversorgung, universitäre Medizin und Forschung systematisch miteinander verzahnt.