Bremen prüft Erweiterung der forensischen Psychiatrie am Klinikum Bremen-Ost

Gutachten soll Kapazitätsbedarf und Wirtschaftlichkeit klären

Der Senat der Freien Hansestadt Bremen hat in seiner Sitzung am 18. November 2025 beschlossen, ein Gutachten zu den Erweiterungsmöglichkeiten der Klinik für forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Bremen-Ost in Auftrag zu geben. Ziel ist es, den steigenden Bedarf an Plätzen im Maßregelvollzug zu decken und zugleich wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Die Klinik verfügt derzeit über 155 Plätze, Hochrechnungen zufolge besteht ein zusätzlicher Bedarf von insgesamt 28 Plätzen. Um diesen zu erfüllen, werden bislang provisorisch reguläre Patientenzimmer genutzt, was die Unterbringung der Patient:innen beeinträchtigt. Senatorin Claudia Bernhard (Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz) betonte: „Die Unterbringung muss menschenwürdig gestaltet sein und deswegen ist eine Erweiterung der Kapazitäten dringend nötig.“

Das geplante Gutachten soll klären, ob die Erweiterung durch einen Anbau an das bestehende Gebäude oder einen Neubau wirtschaftlicher ist. Zusätzlich werden die Kosten und ein Finanzierungsmodell untersucht. Auf Grundlage der Ergebnisse könnten 2026 und 2027 vertiefte Planungen sowie die Ausschreibung der Bau- und Finanzierungsleistungen erfolgen.

Der Hintergrund der Maßnahme ist der anhaltende Zuwachs an gerichtlich angeordneten Unterbringungen. Mit der Erweiterung soll die volle Belegung der Klinik gesichert und ein wirtschaftlicher Betrieb für die Gesundheit Nord ermöglicht werden. Bei einer Überkapazität könnten zukünftig auch Patient:innen aus anderen Bundesländern aufgenommen werden, um dem bundesweiten Belegungsdruck entgegenzuwirken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert