Bayern stärkt Kinder- und Jugendmedizin: Nürnberg soll „Leuchtturm“ werden

Söder und Gerlach besuchen Cnopfsche Kinderklinik – Integration ins Klinikum Nürnberg geplant

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Judith Gerlach haben am Dienstag die Cnopfsche Kinderklinik besucht. Anlass ist die geplante Übernahme der Klinik Hallerwiese – Cnopfsche Kinderklinik durch das Klinikum Nürnberg.

Söder betonte, Nürnberg werde damit „ein Leuchtturm der Kinder- und Geburtsmedizin in ganz Deutschland“. Durch die Integration entstehe eine der größten Geburts- und Kinderkliniken Deutschlands mit einer Versorgungsspanne von der regulären Geburt bis zur hochspezialisierten Behandlung bei Komplikationen und Risikofällen.

Bündelung von Geburtshilfe, Neonatologie und Pädiatrie

Nach Darstellung der Staatsregierung soll durch die Zusammenführung die Versorgung insbesondere von Frühgeborenen und Risikogeburten gestärkt werden. Kurze Wege, gebündelte Expertise und moderne Infrastruktur seien hier entscheidend.

Gesundheitsministerin Gerlach hob hervor, dass die Cnopfsche Kinderklinik seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Metropolregion Nürnberg einnehme. Mit der Integration in das Klinikum Nürnberg würden die Leistungsangebote enger verzahnt und strukturell abgesichert.

Ausbau von Intensivkapazitäten und Kinderonkologie

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden die krankenhausplanerischen Voraussetzungen frühzeitig angepasst. Vorgesehen sind unter anderem:

  • Erhöhung der Intensivbehandlungsplätze für extreme Frühgeborene
  • Ausbau der Kinderintensivmedizin
  • Stärkung der Kinderonkologie am Standort des Klinikums Nürnberg

Die Klinik Hallerwiese – Cnopfsche Kinderklinik zählt mit rund 3.000 Geburten jährlich sowie 17 neonatologischen Intensivbehandlungsplätzen zu den größten Einrichtungen ihrer Art in Bayern.

33 Millionen Euro Fördermittel seit 2020

Zwischen 2020 und 2024 erhielten die Klinik Hallerwiese und die Cnopfsche Kinderklinik nach Angaben des Ministeriums insgesamt rund 33 Millionen Euro an Krankenhausfördermitteln. Davon flossen knapp 27 Millionen Euro in Bauinvestitionen direkt an die Cnopfsche Kinderklinik. Der Übernahmeprozess wurde in Abstimmung mit dem diakonischen Träger Diakoneo, der Stadt Nürnberg und dem Klinikum Nürnberg begleitet. Ziel sei eine tragfähige und langfristige Sicherung der Kinder- und Jugendmedizin in der Region. Mit der Integration setzt Bayern ein Signal zur strukturellen Stärkung spezialisierter Versorgungsangebote in der Neonatologie und Pädiatrie.

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