73 Millionen Euro für Euregio-Klinik Nordhorn bewilligt
Transformationsfonds unterstützt neues Eltern-Kind-Zentrum und Klinikumbau
Die Euregio-Klinik in Nordhorn erhält 73 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds von Bund und Land Niedersachsen. Wie die Grafschafter Nachrichten berichten, soll damit insbesondere der Neubau eines Eltern-Kind-Zentrums finanziert werden – ein Signal für die langfristige Bedeutung des Klinikstandorts in der niedersächsischen Krankenhauslandschaft.
In den vergangenen Jahren entwickelte die Euregio-Klinik ihr Leistungsangebot kontinuierlich weiter. Neben neuen psychiatrischen und geriatrischen Angeboten wurden unter anderem Gefäßchirurgie, Endoprothetik, Neuropädiatrie, Pneumologie, Mammadiagnostik und die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung aufgebaut.
Parallel setzte die Klinik auf Kooperationen. Nach Angaben der Klinikleitung bestanden im vergangenen Jahr Vereinbarungen mit 20 Krankenhäusern für knapp 50 Fachrichtungen. Die Strategie zielt damit nicht auf ein möglichst umfassendes eigenes Leistungsangebot, sondern auf Spezialisierung, regionale Versorgungssicherung und sektorenübergreifende Zusammenarbeit.
Auch die ambulante Versorgung wurde frühzeitig ausgebaut. Im Frühjahr eröffnete auf dem Klinikcampus das Medizinisch-Ambulante Zentrum (MAZ), in das rund 20 Millionen Euro investiert wurden. Zwei Operationssäle ermöglichen dort bis zu 3.600 ambulante Eingriffe jährlich. Facharztangebote werden auf dem Campus gebündelt und stationäre sowie ambulante Versorgung stärker miteinander verknüpft.
Die nun geförderte Investition bildet den nächsten großen Entwicklungsschritt. Das geplante Eltern-Kind-Zentrum soll rund 90 Millionen Euro kosten. Davon übernehmen Bund und Land 73 Millionen Euro. Vorgesehen sind unter anderem neue Kreißsäle, ein Kaiserschnitt-Operationssaal, eine Kinderintensivstation für Frühgeborene, eine Erwachsenenintensivstation sowie eine neue Allgemeinpflegestation. Die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen.
Darüber hinaus soll die Schlaganfallversorgung für rund 4,6 Millionen Euro ausgebaut werden. Die Euregio-Klinik verfügt derzeit über 522 Betten, 13 Haupt- und vier Belegabteilungen sowie acht interdisziplinäre Zentren. Jährlich werden rund 20.000 Patienten stationär und etwa 100.000 ambulant behandelt. Mit rund 1.700 Beschäftigten gehört die Klinik zudem zu den größten Arbeitgebern in Nordhorn.
Trotz der positiven Perspektive bleibt der wirtschaftliche Druck auf die Euregio-Klinik bestehen. Steigende Personal- und Sachkosten, Fachkräftemangel, zunehmende Bürokratie und die neuen Anforderungen der Krankenhausreform stellen auch den Nordhorner Standort vor Herausforderungen.
Die Förderung bedeutet daher keine dauerhafte Bestandsgarantie für sämtliche heutigen Leistungsangebote. Sie zeigt jedoch, dass die bisherige strategische Entwicklung des Standorts aus Sicht von Bund und Land mit den Zielen der Krankenhausreform vereinbar ist.




