samedi etabliert Patientenportale in über 40 Kliniken im Live-Betrieb

Berliner E-Health-Unternehmen gewinnt mehr als 70 KHZG-Ausschreibungen und treibt Digitalisierung der Patientenkommunikation voran

Das Berliner E-Health-Unternehmen samedi GmbH meldet Fortschritte bei der Einführung digitaler Patientenportale in deutschen Krankenhäusern. Nach Unternehmensangaben sind derzeit 41 individuell gebrandete Patientenportale bei Kliniken im Live-Betrieb. Grundlage dafür sind mehr als 70 gewonnene Ausschreibungen im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG). Insgesamt betreffen die Projekte nach Angaben des Unternehmens über 220 Krankenhäuser in Deutschland.

Wie samedi mitteilte, sollen bis zum Jahresende mehr als 30 weitere Patientenportale implementiert werden. Ziel der Lösung ist es, die digitale Kommunikation zwischen Krankenhäusern und Patientinnen und Patienten entlang der gesamten Behandlungskette zu unterstützen – von der Terminbuchung über Informations- und Dokumentenaustausch bis hin zur strukturierten Vorbereitung auf einen Krankenhausaufenthalt.

Nach Angaben des Unternehmens bildet das Patientenportal einen zentralen Einstiegspunkt für digitale Interaktionen zwischen Klinik und Patienten. Während Online-Terminbuchungen häufig der erste Kontaktpunkt seien, übernehme das Portal im weiteren Verlauf der Behandlung zusätzliche Funktionen. Dazu zählen automatisierte Terminbestätigungen und Erinnerungen, der Versand von Informationsmaterialien sowie digitale Aufnahme- und Behandlungsformulare. Kliniken könnten damit Kommunikationsprozesse automatisieren und Medienbrüche reduzieren.

Gründer und Geschäftsführer Alexander Alscher betont, dass der Nutzen der Plattform insbesondere in der Anpassung an individuelle Klinikprozesse liege. Nur wenn digitale Lösungen konsequent an den Abläufen der Einrichtungen ausgerichtet seien, entstünden im Versorgungsalltag spürbare Effizienzgewinne. Auf diese Weise könnten aufwendige Kommunikationsprozesse – etwa Terminabstimmungen oder die Übermittlung von Befunden – weitgehend automatisiert werden.

Die aktuellen Nutzungszahlen sollen laut Unternehmen die praktische Bedeutung digitaler Patientenportale im Klinikalltag verdeutlichen. So wurden nach Unternehmensangaben bislang rund 480.000 automatisierte Benachrichtigungen verschickt, etwa Terminbestätigungen oder Erinnerungen. Zusätzlich wurden etwa 70.000 digitale Formulare versendet und rund 15.000 Dokumente von Patientinnen und Patienten über das Portal hochgeladen. Bei mehr als 380.000 Terminen würden inzwischen durchschnittlich 15 bis 20 Prozent direkt online von Patienten gebucht.

Aus Sicht des Unternehmens ergeben sich daraus auch wirtschaftliche Effekte für Krankenhäuser. Laut samedi kann der Einsatz digitaler Patientenportale ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von etwa fünf- bis sechsfach ermöglichen, da administrative Prozesse reduziert und Ressourcen effizienter eingesetzt werden können.

Parallel zur weiteren Einführung der Portale plant das Unternehmen den Ausbau technologischer Funktionen. Für das Jahr 2026 kündigt samedi eine stärkere Integration von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz an, unter anderem zur Automatisierung administrativer und klinischer Prozesse. Nach Unternehmensangaben wurden bereits zehn KI-basierte Assistenzsysteme entwickelt; bis Ende des Jahres sollen rund 20 sogenannte KI-Bots in verschiedenen Projekten eingesetzt werden.

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin entwickelt seit 2008 Softwarelösungen für Terminmanagement, Patientenaufnahme und digitale Behandlungskoordination. Nach eigenen Angaben werden samedi-Systeme mittlerweile in mehr als 5.000 Gesundheitseinrichtungen genutzt und unterstützen die Organisation von Behandlungsprozessen für rund 40 Millionen Patientinnen und Patienten in der DACH-Region.

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