Charité und Schwarz Digits gründen Joint Venture für Gesundheitsdatenplattform
Neue Dateninfrastruktur soll Digitalisierung und Versorgung in Kliniken voranbringen
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und Schwarz Digits haben Mitte März 2026 die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens zur Entwicklung einer digitalen Gesundheitsdatenplattform angekündigt. Ziel des Joint Ventures ist es, medizinische Daten besser zu vernetzen und für Versorgung, Forschung und Prävention nutzbar zu machen. Für Krankenhäuser entsteht damit eine neue infrastrukturelle Option zur datengestützten Weiterentwicklung ihrer Versorgungsprozesse.
Wie aus der Mitteilung der Partner hervorgeht, soll die neue Gesellschaft „Schwarz Charité Health Data GmbH“ eine Plattform bereitstellen, die heterogene Datenquellen aus unterschiedlichen IT-Systemen zusammenführt. Hintergrund ist die bislang fragmentierte Datenlandschaft im Gesundheitswesen, die den Informationsaustausch zwischen Einrichtungen und Sektoren erheblich erschwert. Kliniken sollen künftig ihre Daten unabhängig von bestehenden Primärsystemen integrieren und auswerten können.
Im Zentrum steht dabei die Plattform „HIVEPRO“, die medizinische Informationen harmonisiert und systemübergreifend verfügbar macht. Nach Angaben der Projektpartner ermöglicht dies eine zielgerichtetere Nutzung von Gesundheitsdaten – etwa zur Unterstützung klinischer Entscheidungsprozesse, zur Verbesserung der Behandlungsqualität und zur Förderung evidenzbasierter Forschung. Für das Krankenhausmanagement eröffnet dies Perspektiven zur Optimierung von Prozessen, Qualitätssicherung und strategischer Steuerung.
Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Datensouveränität. Die Plattform soll auf der Cloud-Infrastruktur STACKIT betrieben werden, die den Angaben zufolge europäischen Datenschutzanforderungen entspricht und eine Datenhaltung innerhalb Deutschlands gewährleistet. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Anforderungen und sensibler Gesundheitsdaten ist dies für Krankenhausträger ein zentraler Aspekt bei der Auswahl digitaler Lösungen.
Die Kooperation verbindet die medizinische Expertise eines universitären Maximalversorgers mit technologischen Kompetenzen aus der Privatwirtschaft. Während die Charité ihre Erfahrung aus Forschung und Versorgung einbringt, übernimmt Schwarz Digits die Entwicklung und Skalierung der technischen Infrastruktur. Dabei greifen die Partner auch auf bestehende Vorarbeiten aus der Medizininformatik-Initiative zurück, insbesondere aus dem HiGHmed-Konsortium.
Für Kliniken könnte das Joint Venture mittelfristig eine wichtige Rolle bei der Umsetzung digitaler Strategien spielen. Insbesondere im Kontext der Krankenhausreform, steigender Anforderungen an Datenverfügbarkeit sowie wachsender Bedeutung von KI-gestützten Anwendungen gewinnt eine leistungsfähige und interoperable Dateninfrastruktur zunehmend an Bedeutung.
Die Beteiligungsstruktur sieht vor, dass Schwarz Digits 75 Prozent und die Charité 25 Prozent an dem Unternehmen halten. Die operative Umsetzung und der Markteintritt der Plattform dürften damit maßgeblich durch industriegetriebene Innovationszyklen geprägt sein, während gleichzeitig medizinische Anforderungen eng eingebunden bleiben.






