bvitg warnt vor Mehraufwand durch Pflegepersonalregelung 2.0
Digitale Umsetzung und Interoperabilität entscheidend für erfolgreichen Einsatz
Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) sieht in der Einführung der Pflegepersonalregelung 2.0 (PPR 2.0) einen wichtigen Schritt zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Personalausstattung auf somatischen Stationen, warnt jedoch vor erheblichem Mehraufwand für Pflegekräfte und Einrichtungen.
In einer Stellungnahme betont der Verband, dass praxisnahe, digitalgestützte und interoperable Systeme Voraussetzung für den Erfolg der PPR 2.0 seien. Derzeit existiere keine einheitliche digitale Infrastruktur zur standardisierten Erfassung, Verarbeitung und Übermittlung der Daten, was zu Medienbrüchen, erhöhtem Dokumentationsaufwand und ineffizienten Prozessen führe.
Herausforderungen für Pflegepersonal und IT-Anbieter
Die Health-IT-Branche stehe vor hohen Investitions- und Integrationsaufwänden, um digitale Lösungen in bestehende Krankenhausinformationssysteme zu implementieren. Pflegekräfte wiederum müssten derzeit PPR-Daten manuell erfassen, was wertvolle Zeit koste und die Arbeitsbelastung erhöhe.
Zudem kritisiert der bvitg die mangelnde Transparenz bei der Datenauswertung durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Es sei unklar, wie die Daten verwendet und für die Weiterentwicklung der PPR genutzt werden.
Forderungen des bvitg
Der Verband empfiehlt unter anderem:
- Digitale Infrastruktur und Interoperabilität: Rechtsverbindliche Standards für Erfassung, Berechnung und Übermittlung der PPR-Daten, Integration in bestehende Systeme.
- Investitionsschutz und klare Übergangsregelungen: Planungssicherheit für Unternehmen zur Anpassung und Entwicklung neuer Lösungen.
- Einbeziehung der Industrie als Innovationspartner: Frühzeitige Beteiligung der Health-IT-Branche an Pilotierung und Umsetzung.
- Transparenz und Datenzugänglichkeit: Offenlegung und Evaluation der Daten durch das InEK, Einrichtung einer zuständigen Stelle für fachliche Rückfragen.
Der bvitg betont, dass die PPR 2.0 nur dann einen echten Fortschritt für Pflegefachkräfte, Einrichtungen und IT-Anbieter darstellt, wenn digitale, praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Lösungen geschaffen werden, die zugleich die Pflegequalität verbessern.






