Ärzte der Welt warnt nach AfD-Wahlsieg vor Folgen für Versorgung
Hilfsorganisation sieht Gesundheitsversorgung vulnerabler Gruppen gefährdet und fordert langfristige Finanzierung bestehender Angebote
Nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt Ärzte der Welt vor möglichen Folgen für die Gesundheitsversorgung sozial benachteiligter und nicht versicherter Menschen. Die Hilfsorganisation fordert die demokratischen Parteien auf, soziale Absicherung und niedrigschwellige Versorgungsangebote wie die Clearingstelle Gesundheitsversorgung Sachsen-Anhalt langfristig zu sichern.
Die AfD wurde bei der Landtagswahl am 6. September mit 43,8 Prozent der Stimmen deutlich stärkste Kraft. Für eine absolute Mehrheit im Landtag reicht das Ergebnis mit 39 von 83 Sitzen allerdings nicht. Wie die künftige Landesregierung aussehen wird, ist damit noch offen.
Vor diesem Hintergrund äußert Ärzte der Welt Sorge über mögliche Veränderungen in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Direktorin Katri Bertram nennt insbesondere Familien mit Fluchterfahrung, wohnungslose und von Armut betroffene Menschen als gefährdete Gruppen.
Die Organisation warnt zugleich davor, dass fehlender Zugang zur medizinischen Versorgung über die Betroffenen hinaus Folgen haben könne. Unbehandelte chronische Erkrankungen oder verschleppte Infektionen könnten zu medizinischen Notfällen und damit auch zu höheren Belastungen für das Gesundheitssystem führen.
Clearingstelle in Sachsen-Anhalt soll gesichert werden
Ärzte der Welt fordert vornehmlich eine langfristige Finanzierung bestehender Versorgungsstrukturen. Dazu zählt die Clearingstelle Gesundheitsversorgung Sachsen-Anhalt, die Menschen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz beim Zugang zum regulären Gesundheitssystem unterstützt.
Die Hilfsorganisation betreibt selbst Praxen und Behandlungsangebote für Menschen ohne Krankenversicherung oder regulären Zugang zur ambulanten Versorgung. In Magdeburg suchten nach Angaben der Organisation im Jahr 2025 Menschen aus insgesamt 23 Ländern Unterstützung; 38 Prozent davon waren deutsche Staatsangehörige.
Mit der Kampagne „#GesundheitUnteilbar“ setzt sich Ärzte der Welt darüber hinaus für einen diskriminierungsfreien Zugang zur Gesundheitsversorgung ein. Der Initiative haben sich nach Angaben der Organisation unter anderem ver.di, die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Hebammenverband und der Bundesverband Psychosozialer Zentren angeschlossen.




