VKD-Praxisberichte 2026 nehmen Klinikreform und Strukturwandel in den Fokus

Krankenhausmanagement zwischen Finanzierungsdruck, Personalvorgaben und neuen Versorgungsstrukturen

Der Verband des Klinikmanagements Deutschlands e. V. hat seine Praxisberichte 2026 veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der aktuellen Krankenhausgesetzgebung auf Klinikmanagement und Versorgung, die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser sowie der fortschreitende Strukturwandel. Weitere Schwerpunkte bilden Pflege und Fachkräftemangel, neue Versorgungsstrukturen, Krisenvorsorge und der Einsatz Künstlicher Intelligenz.

Die seit rund zwei Jahrzehnten erscheinenden VKD-Praxisberichte verbinden gesundheitspolitische Positionen mit Erfahrungen und Projekten aus der Krankenhauspraxis. Die Ausgabe 2026 steht dabei deutlich unter dem Eindruck der laufenden Krankenhausreform und des wirtschaftlichen Drucks auf die Kliniken.

Zum Auftakt ordnet VKD-Präsident Dirk Köcher in einem ausführlichen Interview die aktuelle Gesetzgebung und ihre Folgen für die Krankenhauslandschaft ein. Dabei geht es insbesondere um die Herausforderungen für das Klinikmanagement zwischen begrenzten Ressourcen, zunehmender Regulierung und der Sicherstellung der medizinischen Versorgung.

VKD warnt vor kaltem Strukturwandel

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Krankenhäuser. VKD-Geschäftsführer Dr. Jens-Uwe Schreck setzt sich mit der Frage auseinander, wie eine flächendeckende Versorgung unter den gegenwärtigen Finanzierungsbedingungen gewährleistet werden kann.

Nach seiner Einschätzung lässt sich eine tragfähige Krankenhausstruktur nicht durch weitere Einsparungen erreichen, wenn den Kliniken gleichzeitig die finanziellen Mittel für Betrieb und Transformation fehlen. Trotz des Transformationsfonds sieht Schreck die Gefahr einer fortgesetzten „kalten Marktbereinigung“, durch die auch für die flächendeckende Versorgung erforderliche Strukturen verloren gehen könnten.

Damit greifen die Praxisberichte eine zentrale Frage der Krankenhausreform auf: ob der politisch angestrebte Strukturwandel ausreichend gesteuert und finanziert wird oder wirtschaftlicher Druck Veränderungen vorwegnimmt.

Pflege zwischen Personalvorgaben und Fachkräftemangel

Mit den gesetzlichen Vorgaben für die Pflege im Krankenhaus beschäftigt sich Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Unter der Überschrift „Vorgaben schaffen kein Personal“ stellt sie die zunehmenden regulatorischen Anforderungen dem Fachkräftemangel gegenüber. Der Pflegebedarf müsse sichtbar und finanzierbar bleiben, dürfe aber nicht zu einem zusätzlichen bürokratischen Steuerungsregime führen.

Nach ihrer Einschätzung stoßen die Bemühungen der Krankenhäuser, Pflegepersonal zu gewinnen, auszubilden und langfristig zu binden, zunehmend an die Grenzen des verfügbaren Arbeitsmarktes. Neben ausreichender Finanzierung komme es deshalb auf Flexibilität bei der Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen an.

Neue Klinikstrukturen, Krisenvorsorge und KI

Die Praxisberichte zeigen zugleich Beispiele für die strategische Neuausrichtung von Krankenhäusern. Vorgestellt werden unter anderem Entwicklungen in der Gesundheitsregion Südwestsachsen und am Krankenhaus Märkisch-Oderland.

Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der Vorbereitung von Kliniken auf Krisen- und Katastrophenlagen sowie den dafür notwendigen Strukturen.

Auch Künstliche Intelligenz bildet einen Schwerpunkt. Anhand praktischer Anwendungen wird dargestellt, welche Einsatzmöglichkeiten sich bereits in der Medizin ergeben und warum die Einführung von KI neben technischen Voraussetzungen auch organisatorische und kulturelle Veränderungen in Krankenhäusern erfordert.

Abgerundet wird die Ausgabe durch Praxisprojekte, darunter eine automatisierte Messkabine für die Notaufnahme und KI-gestützte Übersetzungslösungen.

Die VKD-Praxisberichte 2026 (PDF, 2.31 MB) stehen auf der Website des Verbandes als digitales Blättermagazin zur Verfügung und können zudem in gedruckter Form bezogen werden.