vdek fordert mehr Investitionen für klimafeste Krankenhäuser
Länder stellen nur rund vier Milliarden Euro für Klinik-Investitionen bereit
Krankenhäusern fehlen nach Einschätzung des vdek jährlich rund drei Milliarden Euro an notwendigen Investitionsmitteln. Der Verband der Ersatzkassen fordert deshalb von Bund und Ländern mehr Engagement für eine klimaresiliente Gesundheits- und Pflegeversorgung. Insbesondere Hitzeschutz müsse künftig stärker in Krankenhausplanung, Gebäudesanierung und Infrastrukturinvestitionen einfließen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Hitzewellen mit Temperaturen von bis zu 40 Grad fordert der vdek eine stärkere finanzielle Unterstützung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Nach Angaben des Verbands liegt der jährliche bestandserhaltende Investitionsbedarf der Krankenhäuser bei etwa sieben bis acht Milliarden Euro.
Die Bundesländer stellen dafür jedoch lediglich rund vier Milliarden Euro jährlich zur Verfügung. Daraus ergibt sich eine Investitionslücke von etwa drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr.
„Hohe Temperaturen von aktuell bis zu 40 Grad gefährden vor allem ältere und (chronisch) kranke Menschen sowie Schwangere und Neugeborene“, erklärte vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. Gleichzeitig würden die hohen Temperaturen auch die Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen belasten und zu einer höheren Krankheitslast, mehr Arbeitsunfällen und Produktivitätsverlusten führen.
Krankenhäuser unzureichend auf Hitze vorbereitet
Nach Einschätzung des vdek sind viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bislang nicht ausreichend auf extreme Hitze vorbereitet. Defizite bestünden unter anderem bei der Kühlung von Patientenzimmern sowie bei baulichen Maßnahmen wie Wärmedämmung und Sonnenschutz.
Der Verband fordert deshalb, Hitzeschutz künftig als zentrales Kriterium bei der Krankenhausplanung der Länder zu berücksichtigen. Auch bei Investitionen in Infrastruktur, Instandhaltung und Gebäudesanierung müsse die Klimaresilienz stärker berücksichtigt werden.
Für Krankenhäuser gewinnt der bauliche Hitzeschutz damit eine zusätzliche Bedeutung. Gerade bei vulnerablen Patientengruppen können hohe Temperaturen die gesundheitliche Situation erheblich verschärfen. Gleichzeitig müssen Kliniken auch während extremer Hitzeperioden ihren Betrieb aufrechterhalten können.
Länder sollen Investitionsfinanzierung sicherstellen
Der vdek verweist auf die Zuständigkeit der Länder im dualen Krankenhausfinanzierungssystem. Danach sind die Länder insbesondere für Investitionen in Gebäude, Gebäudesanierung, Medizintechnik und IT-Infrastruktur verantwortlich. Kranken- und Pflegekassen finanzieren dagegen die laufenden Betriebskosten sowie die medizinische und pflegerische Versorgung.
Aus Sicht des vdek kommen die Länder ihrer Investitionsverantwortung nicht ausreichend nach. Die bestehende Finanzierungslücke erschwere damit auch notwendige Maßnahmen zur Anpassung der Gesundheitseinrichtungen an den Klimawandel.
Auch bei stationären Pflegeeinrichtungen sieht der Verband Nachholbedarf bei der Investitionsfinanzierung durch die Länder.
Bund soll Sondervermögen für Hitzeschutz nutzen
Neben den Ländern sieht der vdek auch den Bund in der Verantwortung. Investitionen in die Hitzeresilienz von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sollten nach Auffassung des Verbands aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität finanziert werden.
Darüber hinaus fordert der vdek klare bundesweite Rahmenbedingungen für den Klima- und Gesundheitsschutz. Der Bund solle einen nationalen Hitzeschutzplan mit einheitlichen Standards vorlegen. Ziel müsse sein, dass Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auch bei extremer Hitze und anderen Extremwetterlagen voll funktionsfähig bleiben.




