Unterfranken 2025 als Schwerpunktregion des Kliniksterbens in Bayern
Aktionsgruppe warnt vor Gefährdung der wohnortnahen stationären Versorgung
Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern warnt in einer aktuellen Pressemitteilung vor einer besorgniserregenden Entwicklung in Unterfranken. Demnach wird die Region im Jahr 2025 zum „Spitzenreiter bei bayerischen Klinikschließungen“. Bis zum 31. Dezember 2025 rechnet die Initiative bayernweit mit fünf Komplettschließungen und drei Teilschließungen von Krankenhäusern. Rund 60 Prozent dieser Schließungen entfielen dabei auf Unterfranken.
Die Aktionsgruppe bewertet diese Entwicklung als deutliches Signal für strukturelle Versorgungsrisiken im ländlichen Raum. Sie spricht von einer „dramatischen“ Situation und einer Gefährdung der wohnortnahen stationären Versorgung.
Besonders hervorgehoben wird der Standort Ebern. Mit der angekündigten Komplettschließung zum 31. Dezember 2025 werde eine relevante Versorgungslücke entstehen, heißt es in der Mitteilung. Klaus Emmerich, Klinikvorstand i.R., wird hierzu mit den Worten zitiert: „Mit der Komplettschließung dieses Klinikstandorts zum 31.12.2025 werden 7.995 Einwohnerinnen und Einwohner kein Allgemeinkrankenhaus mit stationärer Notfallversorgung binnen 30 Fahrzeitminuten mehr erreichen. Das kann bei lebensbedrohlichen Erkrankungen lebensentscheidend sein.“
Zugleich kritisiert Emmerich eine unzureichende staatliche Unterstützung für gefährdete Klinikstandorte. „Leider ist vom Bayerischen Ministerium für Gesundheit, Prävention und Pflege keine oder nur begrenzte Unterstützung zum Erhalt bayerischer Krankenhäuser zu erwarten. Die Entscheidung des Klinikträgers wird ggf. akzeptiert und gestützt“, heißt es weiter.
Die Aktionsgruppe ruft die Bevölkerung ausdrücklich dazu auf, sich gegen Schließungen einzusetzen und wohnortnahe Klinikstrukturen zu verteidigen. Zugleich verweist sie auf Beispiele, in denen zivilgesellschaftliches Engagement Wirkung gezeigt habe. Als positive Fälle werden das Bürgerspital Wertheim in Grenznähe zu Bayern sowie das Krankenhaus St. Josef genannt. Beide Häuser galten als bedroht oder waren bereits geschlossen. „Wir danken allen Aktiven, die zum Erhalt bzw. zur Wiedereröffnung dieser Krankenhäuser beigetragen haben“, so Emmerich.
Mit Blick auf die kommenden Monate fordert die Initiative eine breitere politische und öffentliche Diskussion über die Zukunft der stationären Versorgung in Bayern – insbesondere in Regionen, in denen Klinikschließungen inzwischen Kettenreaktionen auslösen könnten.






