Saarland: Krankenhausplan sieht tiefgreifende Strukturreform in Neunkirchen und St. Wendel vor

Landesregierung arbeitet an neuer Versorgungsstruktur – Konzentration der stationären Leistungen geplant

Die Arbeiten am saarländischen Krankenhausplan kommen weiter voran. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, arbeiten das Land, die Landkreise St. Wendel und Neunkirchen sowie die Kreisstadt Neunkirchen gemeinsam an einer neuen Versorgungsstruktur für das nördliche und östliche Saarland. Ziel sei eine medizinisch leistungsfähige, wirtschaftlich tragfähige und dauerhaft zukunftssichere Krankenhauslandschaft.

Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit der Marienhaus-Gruppe sowie der Stiftung kreuznacher diakonie. Künftig soll das stationäre Leistungsangebot in beiden Landkreisen stärker konzentriert werden, Doppelstrukturen sollen entfallen, notwendige Investitionen sollen gebündelt ermöglicht werden.

Geplante Strukturänderungen in der Krankenhauslandschaft

Die Beteiligten haben sich auf mehrere Grundlinien verständigt:

  • Konzentration der stationären Versorgung in Neunkirchen:
    Die Stiftung kreuznacher diakonie soll künftig der einzige Träger vollstationärer Leistungen in der Kreisstadt Neunkirchen sein. Leistungen der Notfallversorgung, Inneren Medizin und Allgemeinen Chirurgie werden „zukünftig am Standort des Diakonie Klinikums Neunkirchen konzentriert“.
  • Verlagerung von Angeboten nach St. Wendel:
    Die Marienhaus-Gruppe soll ihre Angebote in der Frauenheilkunde, Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin vom Standort Kohlhof nach St. Wendel verlagern. Dies soll das bestehende Angebot dort „erheblich ergänzen“.
  • Neuordnung in Neunkirchen:
    Die Stiftung kreuznacher diakonie soll die Leistungen des Fliedner-Krankenhauses an den bisherigen Standort des Marienhaus Klinikums in Neunkirchen verlagern.
  • Hoher Investitionsbedarf:
    Für die Strukturreformen in Neunkirchen und St. Wendel werden Investitionen „in Höhe von jeweils dreistelligen Millionenbeträgen“ erwartet. Teile davon könnten über den Transformationsfonds finanziert werden.
  • Stärkung der ambulanten Kinder- und Jugendmedizin:
    Es wird geprüft, ob die Marienhaus-Gruppe ein sozialpädiatrisches Zentrum am Kohlhof weiterführen und einen ambulanten kinderärztlichen Sitz übernehmen könnte.
  • Planung eines Gesundheitsparks in Neunkirchen:
    Landkreis Neunkirchen, Kreisstadt Neunkirchen und die Stiftung kreuznacher diakonie planen gemeinsam einen Gesundheitspark rund um das Diakonie Klinikum.

„Die Prüfung der Pläne ist weit fortgeschritten, aber noch sind nicht alle Voraussetzungen für die Umsetzung dieser Szenarien gesichert. Die geplanten Veränderungen sind die beste Option dafür, in beiden Landkreisen die stationäre Versorgung medizinisch gut und dauerhaft zukunftssicher aufzustellen. Die bisherige Struktur ist für beide Träger nicht sinnvoll. Für Neunkirchen wäre ein Verlust der Geburtshilfe sicherlich schmerzlich, aber angesichts der Nähe zu den beiden Geburtshilfen in Saarbrücken und zur Uniklinik in Homburg wäre die Versorgung vor Ort jederzeit sichergestellt. Gleichzeitig könnte das hervorragende Angebot des Marienhaus Klinikums im Bereich der Frauenheilkunde, Geburtshilfe sowie der Kinder- und Jugendmedizin den Standort in St. Wendel ergänzen. Perspektivisch kann sich dadurch die Versorgung des ländlichen Raums verbessern. Die Träger können sich zeitgleich im Wettbewerb zukünftig besser aufstellen. Neben der Klärung vertraglicher Fragen zur Umsetzung der Strukturveränderung stehen auch die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zentrum der Gespräche. Letztlich werden auch die Prüfungen des Medizinischen Dienstes abzuwarten sein“, so Gesundheitsminister Magnus Jung anlässlich der laufenden Gespräche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert