NRW fördert Klinikumbau mit 293 Millionen Euro

Förderbescheide finanzieren Verlagerungen in Essen und Gelsenkirchen sowie die Neuordnung der Mühlenkreiskliniken – Krankenhausstrukturfonds läuft aus

Nordrhein-Westfalen stellt vier Krankenhäusern insgesamt rund 293 Millionen Euro für Strukturveränderungen und Investitionen bereit. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann übergab am 25. September die Förderbescheide. Rund 115 Millionen Euro stammen aus dem auslaufenden Krankenhausstrukturfonds, weitere 178 Millionen Euro fließen als Landesmittel in die Neuordnung der Mühlenkreiskliniken.

Von den rund 115 Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds trägt das Land etwa 51 Millionen Euro. Weitere rund 64 Millionen Euro stammen aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung. Gefördert werden Vorhaben in Lippstadt, Gelsenkirchen und Essen, mit denen Standorte beziehungsweise Leistungsangebote zusammengeführt und Doppelstrukturen abgebaut werden.

90 Millionen Euro für Konzentration am Philippusstift

Den größten Bescheid aus dem Krankenhausstrukturfonds erhält das Philippusstift in Essen mit rund 90,3 Millionen Euro. Sämtliche somatischen Leistungen des Marienhospitals Altenessen sollen am Philippusstift konzentriert werden. Finanziert werden ein Neubau unter anderem für Geriatrie und Zentrale Notaufnahme sowie weitere Umbauten.

Das Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen erhält rund 24,3 Millionen Euro. Die kompletten Leistungen des Elisabeth-Krankenhauses sollen dorthin verlagert werden. Vorgesehen sind ein Ersatzneubau für die Psychiatrie und ein Neubau für die Geriatrie.

Weitere rund 530.000 Euro gehen an das Ende 2024 durch Fusion entstandene Christliche Klinikum Lippstadt. Damit werden schließungsbedingte Personalkosten im Zusammenhang mit der Zusammenführung finanziert.

178 Millionen Euro für Neuordnung der Mühlenkreiskliniken

Weitere 178 Millionen Euro Landesmittel erhalten die Mühlenkreiskliniken über die Krankenhaus-Einzelförderung. Vorgesehen sind der Neubau eines Klinikstandorts in Espelkamp und ein Anbau an die Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen. Mit dem Neubau in Espelkamp sollen der bisherige Krankenhausstandort Lübbecke sowie die Betriebsstätte des Johannes Wesling Klinikums in Rahden geschlossen und die Leistungen am neuen Standort konzentriert werden. In Bad Oeynhausen sollen die akutstationären Leistungen des Krankenhauses Bad Oeynhausen an der Auguste-Viktoria-Klinik gebündelt werden.

Der Krankenhausstrukturfonds ist inzwischen ausgelaufen. Neue Förderanträge können seit Ende 2025 nicht mehr gestellt werden; noch vorliegende Anträge werden vom Bundesamt für Soziale Sicherung abgearbeitet. Für neue strukturverändernde Projekte steht seit 2026 der von Bund und Ländern kofinanzierte Krankenhaustransformationsfonds zur Verfügung.