Klinik-Bürokratie: MdL Kapteinat kritisiert „bürokratisches Monstrum“

Proselis warnt vor steigender Prüfbelastung ab 2027

Die Bürokratie bei Krankenhausabrechnung und Medizincontrolling bindet nach Einschätzung von Klinikvertretern zunehmend Personal und finanzielle Ressourcen. Bei einem Besuch des Stiftungsklinikums Proselis in Recklinghausen kritisierte die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa-Kristin Kapteinat die Komplexität des Systems. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, befürchtet das Klinikum mit den Veränderungen ab 2027 eine weitere Verschärfung der Prüfbelastung.

Der bürokratische Aufwand in deutschen Krankenhäusern rückt erneut in den Fokus. Bei einem Besuch im Stiftungsklinikum Proselis in Recklinghausen informierte sich die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, Lisa-Kristin Kapteinat, über Krankenhausfinanzierung, Abrechnung und die damit verbundenen administrativen Prozesse.

Wie umfangreich diese inzwischen sein können, verdeutlichte das Klinikum am Beispiel einer Patientenaufnahme: Dem Bericht zufolge können dafür 16 Seiten Formulare und zwölf Unterschriften erforderlich sein. Kapteinat bezeichnete das bestehende System als zu kompliziert und frustrierend.

Medizincontrolling warnt vor wachsendem Prüfaufwand

Besonders deutlich fällt die Kritik aus dem Medizincontrolling des Stiftungsklinikums aus. Dr. Matthias Dittes, ärztlicher Leiter für Erlösmanagement und Medizincontrolling, bezeichnete das Abrechnungssystem gegenüber den Ruhr Nachrichten als „bürokratisches Monstrum“.

Aus seiner Sicht stehen die administrativen Anforderungen zunehmend in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum eigentlichen Zweck. Dokumentation, Abrechnungsprüfungen und Rückfragen der Krankenkassen binden demnach erhebliche personelle Ressourcen, die aus Sicht des Klinikvertreters besser für die Patientenversorgung eingesetzt werden könnten. Besondere Sorgen bereiten dem Klinikum die für 2027 erwarteten Veränderungen bei den Prüfquoten. Nach Darstellung des Berichts könnten Krankenkassen künftig wieder einen größeren Anteil der Krankenhausabrechnungen durch den Medizinischen Dienst prüfen lassen. Das würde für Krankenhäuser zusätzliche Prüfverfahren und damit weiteren Aufwand für Medizincontrolling und Erlösmanagement bedeuten.