GKV-Spitzenverband warnt vor 18-Milliarden-Finanzlücke
Oliver Blatt fordert vollständige Umsetzung der Sparmaßnahmen und grundlegende Strukturreformen im Gesundheitswesen
Der GKV-Spitzenverband warnt vor einer Finanzierungslücke von 18 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr. Vorstandsvorsitzender Oliver Blatt sieht „keinen Millimeter Spielraum“ und fordert, die bereits beschlossenen Sparmaßnahmen vollständig umzusetzen. Gleichzeitig steigen die Leistungsausgaben weiterhin deutlich schneller als die beitragspflichtigen Einnahmen.
Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes verschärft sich der Kostendruck in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Leistungsausgaben um 7,4 Prozent, während die beitragspflichtigen Einnahmen lediglich um 4,1 Prozent zunahmen.
„Das grundlegende Kostenproblem ist immer noch gewaltig“, erklärt Vorstandsvorsitzender Oliver Blatt. Eine solche Ausgabendynamik sei auf Dauer nicht tragfähig. Deshalb müssten insbesondere die Maßnahmen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes konsequent umgesetzt werden. Für das kommende Jahr erwartet der GKV-Spitzenverband nach derzeitiger Einschätzung eine Finanzierungslücke von 18 Milliarden Euro. Diese könne nur geschlossen werden, wenn sämtliche bereits beschlossenen Sparmaßnahmen tatsächlich umgesetzt würden.
GKV-Ausgaben erreichen 186,3 Milliarden Euro
Insgesamt beliefen sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr 2026 auf 186,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig erzielten die Krankenkassen einen Einnahmeüberschuss von 2,6 Milliarden Euro. Dieser müsse nach Auffassung des Verbandes genutzt werden, um die gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen der Krankenkassen wieder aufzufüllen.
Der tatsächliche durchschnittliche Zusatzbeitragssatz liegt derzeit bei 3,13 Prozent. Die Verwaltungskosten stiegen im ersten Halbjahr vergleichsweise moderat um 0,62 Prozent. Blatt fordert über kurzfristige Einsparungen hinaus grundlegende Strukturreformen. Handlungsbedarf sieht der GKV-Spitzenverband unter anderem bei Prävention, Digitalisierung und Primärversorgung sowie bei der Umsetzung der bereits beschlossenen Krankenhausreform.




